Brasilianische Armee hilft beim Abtransport von Soja – Verunsicherungen über mögliche Neuregelungen beim US-Biokraftstoff
Vor dem Hintergrund einer großen Sojaernte in Südamerika bleiben die Kurse zwar auf gemäßigtem Niveau, erfahren jedoch durch wechselnde Informationen und Erwartungen bei der Vermarktung immer wieder Auf- und Ab-Bewegungen an den Börsen.
In den zurückliegenden Tagen sorgten die unbefahrbar gewordenen Transportwege in Brasilien zu den Amazonas-Häfen im Norden zu erheblichen Einbrüchen bei der Verladung bereitstehender Frachter, die zu hohen Ausfallkosten beigetragen haben. Anhaltende Niederschläge haben die unbefestigten Landstraßen aufgeweicht. Jetzt hat die brasilianische Armee mit Großräumgeraten Platz geschaffen und für den Weitertransport gesorgt.
Die jüngsten Ernteprognosen in Brasilien lauten auf 105,5 Mio. Soja (Vorjahr 96 Mio. t). Damit wird ein Rekordangebot in den nächsten Monaten an den Markt kommen. In Argentinien erwartet weiterhin eine knapp mittlere Sojaernte von 54,5 Mio. t (Vorjahr 57 Mio. t).Die Witterungsverhältnisse stellen vorerst keine nennenswerten Probleme dar. In den kleinen Erzeugungsgebieten Uruquay und Paraquay geht man unverändert von 12,5 Mio. t Sojabohnen aus.
In Erwartung eines großen Angebots tendieren die Sojaschrotkurse wieder schwächer.
Die Mutmaßungen über eine bevorstehende Neureglung der Biokraftstoffbeimischungs-Regelungen in den USA sind noch nicht völlig beigelegt worden. Von Regierungsseite wurde beteuert, dass vorerst keine diesbezüglichen Änderungen geplant seien. In Börsenkreisen werden u.a. Einfuhrerschwernisse für Sojaöl für die Biodieselherstellung vermutet. Entsprechend kommt Bewegung in die Sojaölkurse.
Seitwärts tendierende, eher schwache Rohölkurse und erheblich gesenkte Palmölnotierungen setzen die Rapspreise wieder unter Druck. Unterstützung kommt vom schwachen Eurokurs, der die notwendigen EU-Rapsimporte verteuert und damit die Inlandspreise mit nach oben zieht. In Paris notiert Raps knapp oberhalb der 420 €/t Marke.
ZMP Live Expertenmeinung
Die Ölsaatenkurse tendieren in jüngerer Zeit wieder zur Schwäche. Das erwartete hohe südamerikanische Sojaangebot drückt auf die Notierungen. Zwischenzeitliche Störfaktoren sorgen für vorübergehende Kursschwankungen. Während die Rapskurse sich eher am oberen Ende der Preisskala orientieren, bleiben die Sojakurse eher an der unteren Bandbreite der sonst üblichen Preisrelationen.