Sojapreise: Warten auf konkrete Ergebnisse der US-Ernte – Rapskurse bei 370 €/t
Die Kurse für Ölsaaten stehen überwiegend im Zeichen des kommenden Starts der US-Sojaernte. Nach den Ankündigungen des USDA-Berichts vom 12. Sept. soll eine Rekordernte in Höhe von 113 Mio. t eingefahren werden. Trotz dieser bearischen Einschätzung bleiben die Kurse vergleichsweise stabil, allerdings auf ermäßigtem Niveau.
Verunsicherungen über den weiteren Kursverlauf stammen aus Südamerika. In Argentinien steht noch nicht fest, ob der angekündigte weitere Abbau der Exportzölle auf Soja auch tatsächlich stattfinden wird. Dementsprechend unterschiedlich soll die Sojaanbaufläche ausfallen. Für von der Exportsteuer befreiten Weizen und Mais wurden bereits erheblich höhere Flächen prognostiziert.
Auch in Brasilien gehen die Meinungen über die zukünftige Sojaproduktion angesichts witterungsbedingter Verzögerungen bei der Aussaat und der Konkurrenz zwischen teurem Mais und preiswerten Soja auseinander.
In politischer Hinsicht sorgt die Klage der USA gegen China wegen überhöhter Agrarsubventionen für Verunsicherungen über mögliche chinesische Gegenmaßnahmen. Denkbar sind Kürzungen der chinesischen Sojaeinfuhren aus den USA. Ein geringeres Exportpotenzial bei einer hohen US-Ernte beinhaltet ein hohes Risiko für die zukünftige Preisentwicklung.
Die weltweit knappe Rapsversorgung mit Schwerpunkt in der EU sorgt dafür, dass die Rapsnotierungen an der Pariser Börse sich immer wieder an den oberen Werten der maßgeblichen Marktführer orientieren. Dazu gehören neben dem Sojakomplex vor allem Palmöl und Rohöl.
Die Rohölkurse bewegen sich in einer Bandbreite zwischen 45 und 50 $ je barrel. Der prognostizierte Anstieg in Richtung 55 bis 60 $ je barrel ist bislang aufgrund der anhaltend hohen Fördermengen ausgeblieben.
Die Palmölkurse kommen über ein mittleres Niveau nicht hinaus. Angesichts der saisonal steigenden Produktionsentwicklung mit günstiger Unterstützung des La-Niña-Wetters werden die negativen Auswirkungen der El Niño-Trockenheit der Vergangenheit wieder mehr als ausgeglichen.
Niedrige Rohöl-, Palmöl- und Sojapreise halten die Rapspreise in Schach.
ZMP Live Expertenmeinung
Der aktuelle Stand der Kurse im Ölsaatensektor ist im unteren Durchschnittsbereich anzusiedeln. Der weitere Preisverlauf im Ölsaatensektor wird wesentlich von den kommenden Informationen über die anlaufende US-Sojaernte bestimmt. Begleitend wirken die vergleichsweise niedrigen Rohölkurse und die auf mittlerem Niveau seitwärts treibenden Palmölnotierungen. Die Rapskurse bleiben unter Konkurrenzdruck der übrigen pflanzlichen Öle, bewegen sich aber aufgrund der Versorgungsknappheit in diesem Bereich am oberen Limit.