22.
02.14
Raps- und Sojapreise im Aufwind kurzfristiger Angebotsknappheit

Ölsaaten Cockpit, 22.02.2014

Bullish
  • Starke Nachfrage mit aufgestauten Nachholbedarf
  • Wetterbedingte Transportbehinderungen
Bearish
  • auf absehbare Zeit ausreichende Angebotsemengen vorhanden
  • bevorstehende südamerikanische Sojaernten mit hohen Erwartungen
  • Aussichten auf hohe US-Sojaernte im Herbst 2014
  • Stagnierende bis mäßig zunehmende Tierbestände außer in China

Raps und Soja nur begrenzt für den unmittelbaren Bedarf beschaffbar

Raps und Sojapreise haben im Laufe der Monats Febr. 2014 einen unerwarteten Aufschwung erlebt. Eigentlich hatte man in Anbetracht  einer Rekordernte von kanadischen Raps und einer hohen Erwartung an die bevorstehende südamerikanische Sojaernte das genaue Gegenteil erwarten müssen.

Für die Preisbildung reicht es jedoch nicht, dass hohe Erntemengen vorhanden sind oder bevorstehen, entscheidend ist, ob die Mengen auch für den aktuellen Bedarf unmittelbar zur Verfügung stehen. Und das genau ist zurzeit nicht der Fall.

In Nordamerika be- und verhindert eine ungewöhnlich lange Kältewelle den Transport der Waren aus den Landlägern  an die Verarbeitungsorte bzw. in die Verbrauchsgebiete.  Damit wird bei ungebrochener Nachfrage das sofort verfügbare Angebot relativ zu knapp. Um sich bedarfsgerecht mit Ware einzudecken, muss jeder geforderte Preis gezahlt werden.

Als weltgrößter Exporteur von Raps ist Kanada zurzeit nicht in der Lage, die Nachfrage aus den Importländer zu decken, weil weder auf der Schiene noch Straße schnee- und eisbedingt ausreichende Transporte stattfinden können.

In den USA wurde trotz großer Herbsternte 2013 bereits fast die ganze prognostizierte Exportmenge an Soja ausgeführt. Die Chinesen haben entgegen aller Erwartungen ihre Optionskäufe nicht storniert, sondern halten an den Lieferungen fest. Die Verfügbarkeit der Ware wird zunehmend enger. Verschärfend wirken sich die kältebedingten Transportbehinderungen aus.

Die wesentliche Ursache für die Preisauftriebe im Raps- und Sojasektor sind von vorübergehender Natur und stellen keine grundsätzliche Richtungsänderung  dar.

Angesichts der auf absehbare Zeit wieder ungehindert  zur Verfügung stehenden Angebotsmengen in den nächsten Monaten wird mit mehr oder weniger deutlichen Preisabschlägen zu rechnen sein. Trotz des hohen Nachholbedarfs darf allein schon aus logistischen Gründen keine schlagartige Änderung der Kursentwicklung erwartet werden.

Die hinteren niedrigen Terminkurse an den Börsen bestätigen diese Einschätzung.

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Die aktuell gestiegenen Raps- und Sojakurse sind den witterungsbedingt behinderten Angebotsmengen und der starken chinesischen Nachfrage zu verdanken. Die steigende Kursentwicklung wird als vorübergehend eingeschätzt. Erste Gewinnmitnahmen deuten auf den Höhepunkt des Aufschwungs hin.

Die hohen Erwartungen an eine südamerikansiche Rekordernte an Soja sowie die Aussichten auf eine nochmals verbesserte US-Sojaernte im Herbst 2014 unterstützen die Meinung, dass die Kurse in den nächsten Monaten deutlich nachgeben werden. Die hinteren niedrigen  Terminkurse an den Börsen signalisieren diesen Trend.

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