Mit dem schwachen Vorgaben aus dem Sojamarkt und den tiefroten Zahlen an der Börse in Winnipeg ging es für die Rapskurse gestern in die Verlustzone. Mit einem Verlust von 14,25 Euro/Tonne hat der Frontmonat angeführt. Geschlossen wurde der Februar-Termin bei 585,50 Euro/Tonne. Deutlich südwärts ging es auch für die Canola-Kontrakte. Die Preiskorrektur am Sojamarkt zog die Ölsaat mit runter und zusätzlich sorgte die wieder stärke kanadische Währung für ein ungünstiges Wechselverhältnis. Auf Talfahrt ging es gestern für den Sojabohnen, diese mussten zweistellige Verluste notieren. Der Frontmonat verbuchte ein Verlust von 3975 $ US-Cent/bushel und lag damit am Tagesende bei 1429,75 $ US-Cent/bushel. Vor allem starke Korrektur beim Sojaöl sorgte für die Verkaufswelle an der Börse. Begründet wurde die Korrektur von den Marktbeobachter von dem Vorhaben der US-Regierung in den folgenden drei Jahren die Mischungen von Biokraftstoff zu ändern und zu reduzieren. Biokraftstoff wird unter anderem aus Sojaöl gewonnen, sodass sich das neue Gesetz deutlich auf die Verarbeitung von Sojaöl auswirken könnte. Es sollen rund 20,82 Mrd. Gallonen Biokraftstoff zugemischt werden, was deutlich unter den Erwartungen der Marktteilnehmer lag und nur eine Steigerung von 190 Mio. Gallonen zum Vorjahr bedeutet. Das bedeutet wiederum auch, dass nur noch 5,2 Mrd. Gallonen aus den fortgeschrittenen Biokraftstoffen dazu gemischt wird.
Ölsaaten-Aktualisieren,
Update Ölsaaten vom 6.12.2022
Der Abwärtstrend der Rapskontrakte stoppt mit Beginn der neuen Handelswoche. Leicht grüne Vorzeichen standen am gestrigen Montag auf der Anzeigetafel der Pariser Euronext/Matif. Die globale Versorgungslage, die Verlängerung des Getreidekorridors für die Ukraine sowie nachlassende Rohölpreise übten zuletzt deutlich Druck auf die Preise aus. Im gesamtem Monatsverlauf November schlossen die Rapspreise rund 90 Euro/t tiefer. In der Folge zeigte sich auch Rapsschrot an den hiesigen Kassamärkten schwächer. Leichte Unterstützung gab es hingegen aus Kanada. Das kanadische Statistikamt beziffert die diesjährige Ernte mit rund 18,4 Mio. Tonnen, viele Marktteilnehmer hätten mit einer um mindestens 1 Mio. Tonnen höheren Ernte gerechnet. Entsprechend stärker entwickelten sich die Preise am vergangenem Freitag und am gestrigen Montag an der ICE in Winnipeg. Mit Handelsstart am heutigen Dienstag legen die Rapspreise in Paris ebenfalls zu.
Der Sojakomplex beendete die letzte Handelswoche mit deutlichen Gewinnen und konnte diese am gestrigen Montag zu mindestens halten. Leichte Verluste standen am Ende des Handelstages auf der Anzeigetafel der CBoT. Sojaschrot hingegen legte gestern kräftig zu, während Sojaöl seinen Abwärtstrend der vergangenen Tage fortsetzte. Neue Beimischungsquoten in den USA setzten die Sojaölnotierungen zuletzt unter Druck. Unterstützung für den Sojakomplex kommt weiterhin aus Argentinien. Die Dürre verhindert weiterhin ein Voranschreiten der Aussaat und die Ertragsaussichten sind bereits jetzt deutlich reduziert. Anders sieht es in Brasilien aus. Hier ist die Ernte nach Angaben von AgRual zu 91 Prozent abgeschlossen. Damit hinkt der Aussaatfortschritt zwar um 3 Prozent dem Vorjahr hinterher, bei der erwarteten Rekordfläche dürfte dies aber keine große Rolle spielen. In den westlichen Anbaugebieten stockt die Aussaat ein wenig wegen hoher Niederschlagsmengen. In den südlichen Anbaugebieten fehlt hingegen Regen. Die US-Exportverladungen der letzten Woche zeigten sich gegenüber der Vorwoche deutlich geringer. Dennoch sind die Exporthoffnungen der US-Marktteilnehmer weiterhin groß. China lockert die Corona-Maßnahmen und so besteht die Hoffnung, dass die Konjunktur im Reich der Mitte nicht so stark in Mitleidenschaft gezogen wird und der Sojahunger Chinas sich bald wieder in den Exportzahlen niederschlage wird. Dazu passt, dass das USDA gestern einen privaten Exportverkauf über 130.000 Tonnen an einen chinesischen Abnehmer vermelden konnte.
ZMP Live Expertenmeinung
Die Ölsaaten sind deutlich unter Druck geraten. Auch diese Woche hat sich der Abwärtstrend durchgesetzt und vor allem die gestrige Preiskorrektur hat für herbe Verluste gesorgt. Der Markt bleibt angespannt. Trotz unsicherer Ernteaussichten in Südamerika bleiben die bärischen Impulse stark und könnten auch in der kommenden Woche für Druck sorgen.