Der Sojamarkt zeigte sich in der zurückliegenden Woche volatil. Nach einem freundlichen Wochenauftakt, getragen von Hoffnungen auf diplomatische Annäherung zwischen China und den USA, kehrte zur Wochenmitte Ernüchterung ein. Die spekulativen Erwartungen auf baldige chinesische Sojabuchungen blieben unerfüllt, was in Kombination mit schwächerer Exportdynamik und rückläufigen Bestandsbewertungen an der Chicagoer Börse zu Kursverlusten führte. Die vom USDA gemeldete Abwertung des Zustands der US-Bestände auf 65 Prozent „gut/ausgezeichnet“ sorgte für in der Wochenmitte für einige Überraschung. Erst zum Wochenschluss erholten sich die Notierungen jedoch leicht. Trotz der Zurückhaltung Chinas zeigen die US-Exporte in der laufenden Saison solide Zuwächse. Beim Sojaschrot wirkten die positiven Exportzahlen stützend. Mit 1,4 Mio. Tonnen im Juli wurde ein neuer Monatsrekord gemeldet.
Am Canola-Markt dominierten neue Fundamentaldaten die Stimmung. Die deutlich nach oben revidierte kanadische Ernteschätzung sorgte für anhaltenden Abgabedruck an der ICE in Winnipeg. Zwischenzeitlich verstärkte sich dieser durch technische Verkaufssignale sowie fallende Rohölpreise, die den gesamten Pflanzenölsektor belasteten. Einziger Lichtblick blieb der zögerliche Erntefortschritt in Teilen Kanadas, der zumindest kurzfristig für eine Stabilisierung bei Canola sorgte. Auch beim europäischen Raps zeigte sich eine überwiegend schwache Tendenz, trotz leicht bullischer Impulse aus dem internationalen Ölsaatenhandel.
ZMP Live Expertenmeinung
Die Erwartungen an eine baldige Wiederaufnahme chinesischer Sojabuchungen aus den USA haben sich bislang nicht erfüllt. In einem Umfeld ohne klare Signale aus Peking bleibt der Markt anfällig für Rückschläge. Die Bestandsbewertung der US-Sojabestände deutet auf zunehmenden Druck durch Wetterstress hin, was mittelfristig das Angebot begrenzen könnte. Bei Canola bleibt die Stimmung hingegen klar bärisch. Die deutlich angehobenen Ernteschätzungen in Kanada und Australien treffen auf eine nur mäßige Nachfrage und belasten die Kurse weiter. In Europa könnte die Schwäche beim Raps anhalten, solange keine neuen Impulse aus dem internationalen Pflanzenölmarkt oder vom Währungsumfeld kommen. Die Exportstärke beim Schrot bleibt ein stabilisierender Faktor.