Am Montag konnte der Sojakomplex an der Chicago Board of Trade nur bedingt von der bullischen Stimmung profitieren. Seit Mitte Dezember zog es die Ölsaaten vor allem in Richtung Norden. Mit Beginn des neuen Jahres hat die Rally jedoch deutlich an Schwung verloren, und die Futures mussten teils erhebliche Verluste hinnehmen. Beim gestrigen Handelstag konnten die Sojabohnen moderate Gewinne verzeichnen. Der März-Kontrakt verbuchte ein Plus von 6,00 US-Cent auf 997,75 US-Cent pro Bushel, was umgerechnet 352,19 Euro/Tonne entspricht. Die Schrotkontrakte hingegen konnten dem nicht folgen und gaben im Verlauf der Handelssitzung nach. Die Stimmung wurde durch die Aussagen des neuen US-Präsidenten Donald Trump gedämpft. Er verkündete, dass die Einführung von Zöllen auf einzelne, kritische Güter bevorzugt werde, anstatt pauschale Zölle zu erheben. Die Händler befürchten, dass die tatsächliche Umsetzung dieser Maßnahmen zu einer schwächeren Entwicklung bei den Exportgeschäften führen könnte. Die Exportdaten des USDA brachten keine Überraschungen. Es wurden 1,3 Mio. Tonnen verladen, was am oberen Ende der Händlererwartungen lag. Im Vergleich zur Vorwoche stellt dies jedoch eine rückläufige Entwicklung dar (-21,8 %). Im Vergleich zum Vorjahr wurden deutlich mehr Waren verladen, mit einem Plus von 23,5 %. Insgesamt belaufen sich die Exporte auf ein Volumen von 29,9 Mio. Tonnen, während das Ergebnis im Vorjahr mit 24,3 Mio. Tonnen deutlich niedriger lag. Neben den Exportzahlen und dem kommenden WASDE-Report rückt, wie auch beim Getreide, das Wetter in den Fokus. Probleme mit Hitze und fehlenden Niederschlägen verschlechtern derzeit die Anbaubedingungen in Argentinien und anderen Teilen Südamerikas. Das Wetterphänomen „La Niña“ sorgt für hohe Temperaturen und wenig Niederschläge. Eine Entspannung in den nächsten zwei bis drei Wochen ist bisher nicht in Sicht.
ZMP Live Expertenmeinung
Der Sojakomplex verzeichnete trotz der allgemein bullischen Stimmung nur moderate Gewinne. Die Aussagen des US-Präsidenten Donald Trump zur Einführung von selektiven Zöllen dämpften die Stimmung und ließen Befürchtungen bezüglich schwacher Exportentwicklungen aufkommen. Sollte diese tatsächlich zur Realität werden, könnte das den Ölsaaten eine neue Richtung geben. Auf der anderen Seite sorgen die aktuellen Wetterprognosen in großen Teilen von Südamerika für schlechte Anbaubedingungen. Wie stark diese allerdings wirklich ausfallen, bleibt derzeit jedoch noch abzuwarten.