Die globalen Ölsaatenmärkte präsentierten sich zur Wochenmitte uneinheitlich. Während Sojabohnen an der US-Börse gemischte Tendenzen zeigten, verzeichneten Rapskontrakte an der Euronext in Paris leichte Kursverluste.
An der Chicago Board of Trade (CBOT) schlossen die Sojabohnen-Futures am Mittwoch uneinheitlich: Die vorderen Termine gaben um 2 bis 5 US-Cent nach, während die neuen Erntetermine um 2 bis 4 US-Cent zulegten. Der Barpreis laut cmdtyView sank um 1,75 Cent auf 9,87 USD je Scheffel. Sojamehl-Futures stiegen um 1,90 bis 2,80 USD pro Tonne, während Sojaöl-Futures erneut deutlich um 64 bis 103 Punkte nachgaben. Im Vorfeld des für Samstag in Genf angesetzten Treffens zwischen US-Finanzministerin Bessent, USTR-Chefin Greer und Chinas Vizepremier He Lifeng richten sich die Blicke auf mögliche Lockerungen von Exportkontrollen und Zöllen. Analysten erwarten für die Woche bis zum 1. Mai US-Sojabohnenexportbuchungen von 200.000 bis 500.000 Tonnen. Verkäufe der neuen Ernte könnten zwischen 0 und 150.000 Tonnen liegen. Für Sojamehl werden Exporte von 200.000 bis 400.000 Tonnen erwartet, bei Sojaöl zwischen einem Rückgang von 5.000 Tonnen und Verkäufen von bis zu 20.000 Tonnen. Zudem im Fokus steht der kommende WASDE-Report, welcher am Montag veröffentlicht wird. Dort prognostizieren Analysten einen durchschnittlichen US-Sojabohnenertrag von 52,5 Bushel pro Acre und eine Gesamtproduktion von 4,338 Milliarden Bushel. Brasilien exportierte derweil im April laut Handelsministerium 15,271 Millionen Tonnen Sojabohnen – ein Anstieg von 4,03 % gegenüber März und 3,97 % im Vergleich zum Vorjahr. Für Mai schätzt ANEC die Exporte auf 12,6 Millionen Tonnen.
Die Rapsfutures an der Euronext in Paris verzeichneten am Mittwoch leichte Verluste. In der aktuellen Handelswoche bis zum 8. Mai 2025 zeigten die Rapsfutures in Paris bisher eine leicht rückläufige Tendenz. Der Mai-2025-Kontrakt schloss bei 499,50 EUR pro Tonne, was einem Rückgang von 2,2 % entspricht und den niedrigsten Stand seit dem 28. November markiert. Die Kursentwicklung wird beeinflusst durch die Stärke des Euro gegenüber dem US-Dollar sowie durch Verluste bei Rohöl. Zudem belasten schwache internationale Nachfrage und die Unsicherheit bezüglich US-Zöllen auf kanadische Canola-Produkte die Märkte. Die Nachfrage nach Rapsöl in Europa bleibt insgesamt aber stabil, insbesondere durch die Biodieselindustrie. Die EU-Rapsernte 2025 wird laut Strategie Grains auf 19,0 Millionen Tonnen geschätzt, was einem Anstieg von 13 % gegenüber dem Vorjahr entspricht.
ZMP Live Expertenmeinung
Sowohl die Sojakurse, als auch die Rapskontrakte sind weiterhin volatil und zeigen sich derzeit uneinheitlich. Auf der bullischen Seite stützt die anhaltende Nachfrage nach Soja als Rohstoff für Futtermittel sowie die potenziellen Auswirkungen von Wetterereignissen in den Hauptanbauregionen wie den USA und Brasilien den Markt. Zudem könnte die mögliche Lockerung von Exportkontrollen und Zöllen im Rahmen der Gespräche zwischen den USA und China zusätzlichen Auftrieb verleihen. Gleichzeitig gibt es auch bärische Faktoren, die das Potenzial haben, die Sojakurse zu belasten. Die weltweiten bisher guten Sojabohnenerträge könnten belasten. Hinzu kommen die möglichen Auswirkungen eines stärkeren US-Dollars, der Exporte verteuern könnte, sowie die bereits gut gefüllten Lagerbestände, die das Preispotenzial nach unten drücken könnten.