Nach dem schwachen Jahresausklang fand der Sojamarkt zu Beginn der Handelswoche rasch zurück in die Spur. Impulsgeber waren vor allem neue Exportmeldungen und die wiederaufkommende Hoffnung auf eine anziehende chinesische Nachfrage. Insbesondere der chinesische Staatskonzern Sinograin sorgte mit einer Großorder für Aufsehen, die den bisherigen Gesamtimport aus den USA auf rund 10 Mio. Tonnen anwachsen ließ. Die von früheren US-Regierungen ins Spiel gebrachte Zielmarke von 12 Mio. Tonnen rückt damit näher. Auch das USDA bestätigte erneut mehrere Verkäufe in Richtung China, während solide Exportinspektionen die positive Marktstimmung untermauerten. In Brasilien hingegen verstärken sich die Sorgen über mögliche Einbußen im Exportgeschäft, zumal erste Rückgänge im Dezember bereits registriert wurden. Die brasilianische Ernteschätzung wurde derweil leicht angehoben, was den Aufwärtstrend der Sojakurse jedoch nur kurzzeitig bremste. Technische Gewinnmitnahmen führten zur Wochenmitte zu einem Richtungswechsel, der aber bereits am Folgetag wieder korrigiert wurde. Zum Wochenschluss überwogen erneut die Abwartehaltung und Positionierungen vor der USDA-Berichtsflut am kommenden Montag.
Die Sojaschrotpreise folgten dem Kursverlauf der Bohnen, zeigten sich jedoch in der zweiten Wochenhälfte besonders volatil. In der Verarbeitung lag der Novemberwert laut USDA unter dem Vormonat, aber über dem Vorjahresniveau.
Bei Canola setzte sich die Rally über die gesamte Woche fort. Die Aussicht auf eine mögliche Einigung im schwelenden Handelskonflikt zwischen Kanada und China verlieh den Notierungen kräftigen Auftrieb. Auch am europäischen Rapsmarkt drehte die Stimmung: Nach einem 16-Monate-Tief zur Jahreswende legten die Preise bis zum Freitag kontinuierlich zu.
ZMP Live Expertenmeinung
Die vergangene Woche brachte frischen Schwung in den Sojamarkt, vor allem durch chinesische Großaufträge, die das Vertrauen in eine stärkere Exportnachfrage festigten. Die US-Zensusdaten für Oktober fielen zwar enttäuschend aus, doch die jüngsten USDA-Meldungen deuten auf eine mögliche Trendwende hin. Die Spekulationen über weitere Käufe bis zur Einhaltung der 12-Millionen-Tonnen-Marke halten die Kurse in Bewegung. Auf der Angebotsseite bleibt Brasilien präsent, wenngleich die schwächeren Dezemberexporte ein erstes Warnsignal darstellen. Bei Canola spekuliert der Markt auf ein baldiges Ende des Exportstreits mit China, was den Kursen erheblichen Auftrieb verleiht. Auch der europäische Rapsmarkt scheint sich vom Tiefpunkt abzustoßen. Die bevorstehenden USDA-Berichte dürften nun die Richtung für die kommenden Wochen vorgeben.