Die Ölsaatenmärkte standen in der vergangenen Woche im Spannungsfeld zwischen Wetterentwicklung, Exportzahlen und handelspolitischen Unsicherheiten. Bei Sojabohnen setzten die Kurse zunächst ihren Abwärtstrend fort, zeigten gegen Ende der Woche jedoch eine leichte Erholung. Belastend wirkten vor allem die guten Zustandsbewertungen der US-Bestände. Stützend hingegen war die robuste Exportnachfrage: Die USA konnten mit Verkäufen von über 500.000 Tonnen das höchste Wochenvolumen seit März verbuchen. Ägypten, Indonesien und Mexiko zählten zu den Hauptabnehmern, auch das Geschäft mit neuer Ernte zeigte sich überraschend stark. Beim Sojaschrot wurden ebenfalls große Mengen abgesetzt, während das Bohnenölgeschäft schwach blieb, vermutlich eine Folge andauernder internationaler Handelskonflikte.
Am Rapssaatmarkt bestimmten vor allem die Witterungsbedingungen in Kanada das Geschehen. Die Prärien leiden weiterhin unter Trockenheit, auch wenn regional Regen gemeldet wurde. Die Canola-Kurse an der ICE in Winnipeg verloren im Wochenverlauf deutlich, konnten sich jedoch zum Schluss leicht stabilisieren. Auch die Rapspreise an der Euronext folgten dieser Bewegung, nach Verlusten Mitte der Woche stabilisierten sich die Preise zum Freitag wieder. Analysten rechnen bei anhaltender Trockenheit in Kanada mit Ertragseinbußen, was den Markt kurzfristig stützen könnte.
ZMP Live Expertenmeinung
Die Ölsaatenmärkte bewegten sich zuletzt zwischen wetterbedingten Risiken, solider Exportnachfrage und politischen Unsicherheiten. Soja profitierte von überraschend starken Verkäufen, auch das Schrotgeschäft lieferte Unterstützung. Beim Raps sorgt die Trockenheit in Kanada für Aufwärtspotenzial – vorausgesetzt, die Regenfälle bleiben lokal begrenzt. Vor dem USDA-WASDE-Bericht bleiben die Märkte nervös. Entscheidend werden Wetterentwicklungen, Exporttrends und politische Signale sein.