Mit Verlusten zwischen 4 und 6 US-Cents schlossen gestern die Sojabohnenkontrakte den Handelstag. Auch Schrot musste weiter nachgeben, wohingegen sich Sojaöl dem Abwärtssog entziehen konnte und moderat zugelegt hat. Die US-Exportverkaufsdaten wurden heute Morgen veröffentlicht, wobei die Verkäufe von Sojabohnen für 2024/25 insgesamt 1,264 Mio. Tonnen für die Woche bis zum 3. Oktober betrugen. Dies war der niedrigste Wert in den vergangenen Wochen des bisherigen Vermarktungsjahres und entspricht einem Rückgang von 12,4 % gegenüber der Vorwoche. Dennoch sind es 30,1 % mehr als in der gleichen Woche des Vorjahres. China war der größte Käufer mit 583.400 Tonnen, gefolgt von den Niederlanden mit 207.300 Tonnen und Mexiko mit 134.900 Tonnen. Die Verkäufe von Sojabohnenschrot beliefen sich in der Woche bis zum 3. Oktober nur auf 165.717 Tonnen und lagen damit am unteren Ende der Schätzungen von 100.000 bis 400.000 Tonnen. Auch die Verkäufe von Sojaöl lagen mit dem Ergebnis am unteren Ende der Erwartungen. Vor dem monatlichen WASDE-Bericht schätzt eine Bloomberg-Umfrage unter Analysten, dass die US-Endbestände an Bohnen aufgrund einer kleineren prognostizierten Produktion sinken werden. Die weltweiten Endbestände werden auf 134,6 Mio. Tonnen geschätzt, was dem Vormonat entspricht, da erwartet wird, dass die südamerikanische Produktion voraussichtlich nur geringfügige Änderungen erfahren wird. In Kanada sorgen die zügig verlaufenden Erntearbeiten für Druck. In großen Teilen sind die Wetterbedingungen äußerst günstig, sodass die Arbeiten auf den Feldern flott vorangehen. Mit leichten Verlusten haben sich die Canola-Kurse entsprechend aus dem Handel verabschiedet.
ZMP Live Expertenmeinung
Auf dem Soja- und Canolamärkten schauen die Marktteilnehmer, wie auch beim Getreide, gespannt auf den heutigen WASDE-Report. Eine Bloomberg-Umfrage schätzt, dass die US-Endbestände an Bohnen aufgrund einer kleineren prognostizierten Produktion sinken werden. Sollte die Produktion jedoch höher ausfallen als erwartet, könnten die Bestände steigen und damit auch die Preise wieder unter Druck setzen. Zudem zeigten sich die US-Exporte zuletzt wieder leicht rückläufig und weniger dynamisch. Ob sich auch das neue Konjunkturprogramm die Nachfrage wieder steigern kann, bleibt abzuwarten.