12.
04.24
Raps und Soja auf Wochensicht im Aufwind

Ölsaaten News, 12.04.2024

Bullish
  • geringe Rapsprognose 2024 Europa
  • Spannungen in der Ukraine
  • Wetterbedingungen Aussaat Soja in den USA teilweise kritisch
Bearish
  • schwache US-Exportnachfrage
  • laufende Ernte in Brasilien und Argentinien
  • global höhere Sojaproduktion erwartet
Kassamärkte im Blick  Euro/Tonne
Raps 14. Mrz. 28. Mrz. 28. Mrz. 4. Apr. 11. Apr.  +/-
Hamburg 438,00 452,00 439,00 431,00 439,00 8,00
Straubingen 429,00 443,00 430,00 426,00 434,00 8,00
Sojaschrot            
Hamburg 415,00 411,00 391,00 382,00 379,00 -3,00
Magdeburg 425,00 421,00 401,00 392,00 389,00 -3,00
Mainz 425,00 423,00 409,00 401,00 401,00 0,00
Rapsschrot            
Hamburg 290,00 289,00 299,00 298,00 292,00 -6,00
Hamm 297,00 310,00 289,00 297,00 299,00 2,00
Niederrhein 292,00 300,00 291,00 291,00 292,00 1,00

Unterm Strich ging es für Raps in dieser Woche nordwärts. Stand der führende Mai-Termin am vergangenen Freitag noch bei 445,75 Euro sind es zur Schlussglocke am gestrigen Donnerstag 451,50 Euro/t. An den Kassamärkten bleibt es wie so oft überschaubar, dennoch werden hier und da immer wieder Mengen gehandelt. Dass Raps zulegen konnte, liegt unter anderem auch den verstärkten Kämpfen in der Ukraine. Bereits in der letzten Woche hatten sich die Kämpfe intensiviert, in dieser Woche griff Russland Ziele in zwei Hafenstädten an. Aber auch der Blick auf die kommende Ernte stützt die Kurse. Zwar machen sich anders als beim Getreide die Landwirte weniger Sorgen um die Qualität, dennoch wird 2024 mit einer kleineren Ernte in Europa verglichen mit dem Vorjahr gerechnet. In Deutschland fällt die Ernte deutlich kleiner aus, während in Frankreich wegen einer höheren Anbaufläche mehr Raps von den Feldern kommen dürfte. Die Veröffentlichung der Ernteprognosen im Rahmen der gestrigen WASDE brachte nur geringfügige Änderungen. Bei den weltweit größten Produzenten gab es keine Anpassung. So bewertet das USDA die europäische Ernte 2023/24 nach wie vor mit 20 Mio. Tonnen, die für Kanada mit 18,8. Wegen Anpassungen in anderen Ländern wurde die Ernte insgesamt um gut 317.000 Tonnen im Vergleich zur letzten Prognose im März angehoben. Rapsschrot bleibt insgesamt knapp verfügbar in Deutschland. Die Nachfrage ist nach wie vor gut im Verhältnis zum Angebot. Regional zeigen sich darum auch steigende Tendenzen für die Rapsschrotpreise. Soja legte in dieser Woche zu. Zwar ging es nach Veröffentlichung der WASDE südwärts. Insbesondere weil das USDA keine Anpassungen der Produktionsprognosen für Südamerika vorgenommen hat, ging es für die Kurse gen Süden. Insbesondere für Brasilien wurde mit Anpassungen nach unten gerechnet. Diese nahm gestern die brasilianische Agrarbehörde vor. Sie senkte ihre eigne Prognose um 300.000 Tonnen auf 146,1 Mio. Tonnen. Die Buens Aires Grains Exchange nahm ebenfalls eine Anpassung ihrer eigenen Erwartung vor und beziffert die diesjährige argentinische Erntemenge auf 51,0 Mio. Tonnen. Das sind 1,5 Mio. Tonnen weniger als die Börse zuletzt erwartet hat. Die Exportzahlen in den USA zeigen sich auch in dieser Woche enttäuschend. Überhaupt wirkt die Konkurrenz durch die laufende Ernte in Brasilien bärisch auf die US-Preise. Unterstützung kommt hingegen von schwierigeren Wetterprognosen für den Corn Belt.  

Ölsaaten-Aktualisieren,

Update Ölsaaten vom Mittwoch, 17.04.2024

Raps startete schwächer in die neue Woche und gab sowohl am Montag als auch insbesondere am gestrigen Dienstag deutlich nach. Canola in Winnipeg fiel gestern auf den tiefsten Stand der letzten vier Wochen. Die global leicht angepasste Rapsprognose des USDA gab in der letzten Woche geringfügig Unterstützung, wirkt aber wegen der insgesamt negativen Vorgaben auf den Rohöl- und Pflanzenölenmärkten nicht nachhaltig nach. Der Deutsche Raiffeisenverband hat gestern in seiner zweiten Ernteschätzung die deutsche Rapsernte auf 3,94 Mio. Tonnen leicht nach oben gepasst. Dennoch liegt die Ernteprognose damit deutlich unter dem Wert des Vorjahres. Geringere Anbauflächen und geringere Ertragserwartungen verglichen mit dem Vorjahr lassen die Ernteerwartungen geringer ausfallen als im Vorjahr.

Sojabohnen und Sojaschrot starteten ebenfalls negativ in die neue Woche. Die Verarbeitungszahlen für den März, die am Montag in den USA veröffentlicht wurden lagen zwar über dem Volumen des Vorjahresmonats aber dennoch unter den Erwartungen der Händler im Vorfeld. Dass mehrere private Analysehäuser die Ernteerwartungen für Brasilien nach oben korrigierten belastet ebenfalls. Laut Ag Rural sind bis zum Wochenende 84 Prozent der Flächen abgeerntet worden. In den USA kommt die Aussaat von Sojabohnen langsam aber sicher in Fahrt. Aktuell sind 3 Prozent der angepeilten Flächen bestellt, im Vorjahr waren es zu diesem Zeitpunkt 1 Prozent. Die Wetteraussichten für viele US-Anbaugebiete sind stabil und freundlich. Die US-Exportverladungen in dieser Woche enttäuschten und lagen mit 432.000 Tonnen um 12 Prozent unter dem Volumen der Vorwoche und um ca 18 Prozent unter dem Wert des Vorjahresvergleichswoche. Freundlich stimmt die Marktteilnehmer das China rund die Hälfte der verladenen Mengen abgenommen hat. Die Sojaexporte hinken weiterhin dem Vorjahresergebnis deutlich hinterher. 

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ZMP Live Expertenmeinung

Auch in Folge der steigenden Rohölpreise der letzten Tage konnten Raps und Soja zulegen. Wetterbedingte Einflüsse geben zusätzlich Unterstützung. Echte Impulse aus der gestrigen WASDE erfähren die Ölsaaten jedoch nicht. 

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