Die Notierungen im Sojakomplex zeigten sich in der Berichtswoche wechselhaft, unter dem Strich blieb die Stimmung jedoch eher gedrückt. Die Sojabohnen starteten mit Verlusten in die Woche, was vor allem auf enttäuschende US-Verkaufszahlen zurückzuführen war. China hielt sich beim Einkauf weiterhin zurück, was Marktteilnehmer zunehmend beunruhigte. Zwischenzeitlich sorgten Meldungen über leicht gestiegene Importe der Volksrepublik für kurze Erholung, doch mit Blick auf den bevorstehenden WASDE-Bericht rückten die exportseitigen Risiken erneut in den Fokus. Die Erwartung, dass das USDA die Exportprognose aufgrund der schwachen chinesischen Nachfrage senken könnte, drückte ebenso wie die soliden Flächenerträge und das nur leicht rückläufige Bewertungsniveau der US-Bestände. Erst zum Wochenschluss setzten sich im Zuge spekulativer Käufe wieder grüne Vorzeichen durch. Belastend wirkten unterdessen neue Rekordzahlen aus Brasilien, wo Conab die Ernteschätzung auf 171,5 Mio. Tonnen anhob und eine weitere Steigerung für die kommende Saison in Aussicht gestellt wurde. Auch die Endbestände wurden deutlich höher angesetzt.
Im Sojaschrot verlief die Entwicklung freundlicher, unterstützt durch steigende Futures zum Wochenende und einer leicht belebten Nachfrage. Im Raps- und Canolamarkt prägten regionale Impulse das Geschehen. Während Canola in Kanada zwischenzeitlich auf ein Fünfmonatstief fiel, stützten freundliche Vorgaben aus Übersee die Preise zum Wochenschluss. Die Lagerbestände in Kanada sanken zuletzt deutlich. In Europa bewegten sich die Rapsnotierungen in enger Spanne seitwärts mit leichter Abwärtskorrektur zum Freitag.
ZMP Live Expertenmeinung
Die anhaltend schwache Exportnachfrage, insbesondere seitens Chinas, belastet die Stimmung im Sojamarkt. Selbst wenn der WASDE-Report leichte Kürzungen bei den Flächenerträgen bringt, dürften die soliden Produktionsaussichten in den USA und Südamerika das Angebot hoch halten. Die Rekordmeldungen aus Brasilien setzen einen klar bärischen Ton. Kurzfristig könnte es durch technische Impulse zu weiteren Aufwärtskorrekturen kommen, doch strukturell bleibt das Überangebot ein drückender Faktor. Beim Raps- und Canolamarkt bleibt der Blick nach Kanada entscheidend. Die stark gesunkenen Lagerbestände geben zwar Unterstützung, doch ein nachhaltiger Preisanstieg bleibt vorerst aus. Insgesamt bleibt der Ölsaatenmarkt durch geopolitische Entwicklungen, Wetterrisiken und Exportdynamiken stark richtungssuchend.