Die Woche am Ölsaatenmarkt war geprägt von schwachen Vorgaben und leicht enttäuschenden Exportzahlen, auf die zuletzt vereinzelte bullische Impulse folgten. Bei den Sojabohnen setzten sich zu Wochenbeginn die Kursverluste fort. Enttäuschende Exporteinschätzungen sowie die Zurückhaltung des USDA im Wasde-Report belasteten das Sentiment. Die erwartete Anhebung der US-Endbestände trat ein, während die Exportprognose unangetastet blieb. International sorgte lediglich die Anhebung der globalen Produktionsschätzung für begrenzte Beachtung, da sie vor allem auf Russland und Indien zurückging. Für leichte Unterstützung sorgte Mitte der Woche die Nachricht über neue Exportverkäufe von insgesamt über 600.000 Tonnen Sojabohnen und Sojaschrot, darunter Bestellungen aus China, Polen und unbekannten Zielen. Trotzdem blieb der Preisdruck hoch, nicht zuletzt wegen der nach wie vor überdurchschnittlich guten Ertragsaussichten in Südamerika. In Argentinien senkte die neue Regierung die Exportsteuern für Sojabohnen und Sojaprodukte, was auf eine anziehende Exportdynamik hindeuten könnte.
Beim Sojaschrot setzte sich der Abwärtstrend fort, bevor gegen Ende der Woche eine leichte technische Erholung eintrat. Das Sojaöl blieb im Schatten des Gesamtkomplexes und reagierte kaum auf die Nachrichtenlage.
Canola zeigte sich in Winnipeg äußerst volatil. Meldungen über volle Auslastung bei Verarbeitern wirkten stützend, doch fehlende Exporte nach China dämpfen die mittelfristigen Aussichten. Raps in Europa konnte von einem deutschen Gesetzesvorhaben profitieren, das die Nutzung von Rapsöl als Biokomponente sichert. Dies sorgte für eine kleine Rally, die zum Wochenschluss weiter anhielt.
ZMP Live Expertenmeinung
Trotz vereinzelter Lichtblicke bleibt der Sojamarkt unter Druck. Die Exportdynamik hat sich zwar zuletzt leicht verbessert, doch die Anhebung der US-Endbestände und stabile Produktionsprognosen für Brasilien und Argentinien trüben die Aussichten. Die Entlastung der argentinischen Exporteure könnte das globale Angebot erhöhen und auf die Preise drücken. Für Raps könnten sich die politischen Entwicklungen in Deutschland mittelfristig stützend auswirken, besonders im Hinblick auf die Biokraftstoffnachfrage. Canola bleibt vorerst ein Spielball der Volatilität. Ohne neue chinesische Nachfrage bleibt der Aufwärtsspielraum begrenzt.