13.
02.26
Ölsaaten: Qualitätsrisiken in Argentinien stützen den Sojakomplex

Ölsaaten News, 13.02.2026

Bullish
  • Angehobene brasilianische Ernteschätzung
  • Verschlechterte Qualitätsbewertung in Argentinien
  • Feste Entwicklung bei Sojaschrot
Bearish
  • US-Exporte deutlich unter Vorjahresniveau
  • Leicht erhöhte weltweite Sojabestände laut WASDE
  • Schwache Tendenz bei Palmöl

Der Sojakomplex startete mit leichten Gewinnen in die Woche, ganz im Bann des WASDE Berichts. Zu Wochenbeginn gaben die Notierungen zunächst nach, belastet von schwächeren US-Exportinspektionen und einem weiterhin deutlichen Rückstand der Ausfuhren gegenüber dem Vorjahr. Zwar erreichten die bisherigen Exporte rund 80 Prozent der offiziellen Prognose, doch liegt das Tempo unter dem Fünfjahresdurchschnitt. Der WASDE selbst brachte kaum Überraschungen. Die US Endbestände blieben unverändert, während die weltweiten Lager leicht aufgestockt wurden. Erwartete Anpassungen in Südamerika bestätigten sich weitgehend: Für Brasilien wurde eine höhere Produktion angesetzt, Argentinien blieb stabil.

In der zweiten Wochenhälfte gewannen die Kurse jedoch spürbar an Schwung. Stützend wirkten robuste Erwartungen an die US-Exportverkäufe sowie neue Ernteschätzungen aus Südamerika. Conab hob die brasilianische Sojabohnenernte deutlich an. Gleichzeitig verschlechterte sich in Argentinien die Qualitätsbewertung, der Anteil gut oder ausgezeichnet fiel merklich. Diese Entwicklung relativierte die mengenmäßige Stabilität und verlieh den Preisen zusätzlichen Halt. Sojaschrot folgte der festen Tendenz.

Canola zeigte sich in Winnipeg wechselhaft, während Raps an der Euronext insgesamt stabil tendierte. Palmöl gab in Asien weiter nach und setzte damit ein Gegengewicht im Pflanzenölkomplex. Insgesamt verabschiedete sich der Sojakomplex mit freundlicher Grundtendenz aus der Woche.

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ZMP Live Expertenmeinung

Der Markt hat den weitgehend neutralen WASDE Bericht rasch verarbeitet und richtet den Blick wieder stärker auf Südamerika. Die höhere brasilianische Produktion wirkt zwar grundsätzlich belastend, doch Qualitätsprobleme in Argentinien schaffen ein Gegengewicht. Entscheidend bleibt, ob die US Exportdynamik an Fahrt gewinnt. Sollte sich die Nachfrage stabilisieren, könnte der Sojakomplex seine freundliche Tendenz behaupten. Ohne neue Impulse aus China oder vom Währungsmarkt dürfte das Aufwärtspotenzial jedoch begrenzt bleiben. Kurzfristig erscheint eine volatile Seitwärtsbewegung mit leicht positiver Schlagseite wahrscheinlich.

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