Am Mittwoch erlebten Sojabohnen einen Rückgang von 9 bis 11 Cents in den meisten vorderen Terminen bei Handelsschluss. Auch die Sojamehl-Futures gaben nach und fielen um 1,70 bis 2,50 US-Dollar pro Tonne. Sojaöl-Futures notierten ebenfalls schwächer und schlossen sich der bärischen Stimmung an. Die Sorge um die Einführung von Vergeltungszöllen durch die EU wächst. Diese Zölle, die aufgrund der Stahl- und Aluminiumzölle von Präsident Trump verhängt werden, sollen Anfang April in Kraft treten und auch Sojabohnen betreffen. Die USA haben in diesem Wirtschaftsjahr bereits 4,5 Millionen Tonnen Sojabohnen in die EU geliefert. Die Veröffentlichung des wöchentlichen USDA-Berichts zu den Exportverkäufen steht bevor. Schätzungen für die Sojabohnexporte im Jahr 2024/25 liegen zwischen 275.000 und 700.000 Tonnen, während die Verkäufe der neuen Ernte auf 0 bis 100.000 Tonnen geschätzt werden. Auch die Exporte von Sojaschrot werden in einer Spanne von 190.000 bis 410.000 Tonnen und die von Sojaöl zwischen 40.000 und 85.000 Tonnen erwartet. Zudem wurden heute Morgen die Anbaupläne von Stats Canada veröffentlicht. Diese zeigen, dass die Erzeuger in diesem Jahr voraussichtlich 21,65 Millionen Acres Raps anbauen werden, was einen Rückgang von 1,7 % im Vergleich zum Vorjahr bedeutet. Die Sojabohnenanbaufläche wird auf 5,64 Millionen Acres geschätzt, was einem Rückgang von 1,37 % gegenüber dem Vorjahr entspricht. In Argentinien haben Medienberichten zufolge Streiks in der Ölsaatenverarbeitung begonnen und sind dort das beherrschende Thema weiterhin. Mitarbeiter des Vicentin-Konzerns sollen die Arbeit niederlegen, nachdem dieser nur 30 Prozent der vereinbarten Löhne ausgezahlt hat. Argentinien ist der weltweit größte Exporteur von verarbeiteten Sojabohnen.
ZMP Live Expertenmeinung
Der Sojabohnenmarkt steht aufgrund politischer Unsicherheiten, wie der Einführung von Gegenzöllen durch die EU, und grundsätzlich guten Produktionsprognosen unter Druck. Gleichzeitig könnte die starke Exportnachfrage und die begrenzte Anbaufläche in Kanada die Preise stützen. Mit Blick auf die kommenden Tage wird vor allem die Politik Trumps und die Gegenreaktionen, sowie die Entwicklung der Bestände die zukünftige Marktrichtung bestimmen.