Der Sojamarkt zeigte sich in der vergangenen Woche zunehmend bullisch. Bereits zu Wochenbeginn wirkten die Signale aus China unterstützend: Peking hatte drei US-Händlern die Lieferung von Sojabohnen genehmigt, ein Schritt zur Entspannung im seit Langem schwelenden Zollstreit. In der Folge zogen die Notierungen für Bohnen und Schrot zunächst moderat an. Unterstützend wirkte zudem die Aussicht auf geringere Flächenerträge in den USA, die von Analysten im Vorfeld des anstehenden Wasde-Reports erwartet werden. Zugleich sorgten Bedenken über eine mögliche Übererfüllung chinesischer Importzusagen gegenüber Brasilien für Verunsicherung unter US-Händlern. Chinas Vereinbarung mit COFCO über den Kauf von 20 Mio. Tonnen Agrargütern, darunter Sojabohnen, nährte Spekulationen, dass der Bedarf an US-Ware begrenzt sein könnte. Dennoch sorgten die zunehmende Erwartung auf frische USDA-Daten sowie das Ende des Regierungs-Shutdowns für eine deutlich positive Kursreaktion gegen Ende der Woche. Der Januar-Kontrakt für Sojabohnen näherte sich dabei sogar einem Mehrmonatshoch. Sojaschrot profitierte ebenfalls von der allgemeinen Marktstimmung. Beim Raps blieb der Handel in Europa dagegen unstet. Während sich die Kurse in Paris zum Wochenschluss etwas erholten, drückten zwischenzeitlich schwache Rohölpreise sowie die Unsicherheit auf den Exportmärkten die Stimmung. In Kanada bewegte sich Canola dagegen in einer engen Spanne, unterstützt vom Sojakomplex, jedoch gebremst durch mangelnde Impulse aus dem Außenhandel.
ZMP Live Expertenmeinung
Der Sojamarkt zeigt klare Anzeichen einer kurzfristig bullischen Phase, begünstigt durch politische Entspannungssignale und die Rückkehr verlässlicher USDA-Daten. Die Positionierung der Marktteilnehmer vor dem Wasde-Report könnte kurzfristig für weitere Kursfantasie sorgen, vor allem bei Sojabohnen. Entscheidend wird sein, ob sich die Erwartungen an sinkende US-Erträge bestätigen. Gleichzeitig bleibt die Unsicherheit über Chinas tatsächliche Importstrategie ein Risikofaktor. Auch die schwache Exportdynamik der Vorwochen sollte nicht aus dem Blick geraten. Beim Raps bleibt das Bild uneinheitlich, wobei der Markt sensibel auf externe Impulse wie Ölpreise oder politische Entwicklungen reagiert.