Auch im Verlauf der Woche konnte der Sojakomplex keine einheitliche Richtung finden. Beim gestrigen Handel zeigten sich Bohnen und Schrot erneut uneins. Die Sojabohnen setzten ihre Abwärtsbewegung fort, wobei die November-Bohne um 11,00 US-Cent/bushel auf 980,00 US-Cent/bushel fiel. Im Gegensatz dazu konnte Sojaschrot den Handel mit grünen Vorzeichen beenden; der Dezember-Kontrakt stieg um 1,90 US-$/short ton auf 313,70 US-$/short ton. Ein wichtiger Einflussfaktor war der Bericht des US-Agrarministeriums über den Fortschritt der Erntearbeiten, der einen Fortschritt von 67 Prozent zeigt und damit deutlich über dem Niveau der Vorwoche (+20 %) und dem Vorjahr liegt (+16 %). Auf die positiven Exportnachrichten, wie den Verkauf von 175.000 t Sojabohnen, reagierten die Händler kaum und zeigten sich eher verhalten beim gestrigen Handel. In Kuala Lumpur zeigten sich die Palmöl-Futures am Mittwoch bullisch. Die Gewinne konnten die Verluste der Vortage nahezu vollständig wieder wettmachen, unterstützt durch die hohe internationale Nachfrage. Im Gegensatz dazu fiel das Sojaöl an der Chicago Board of Trade weiter. Am Mittwoch sanken zudem die Rohölpreise erneut leicht. Gebremst wurden die Verluste durch die jüngste Veröffentlichung des American Petroleum Institute. Aus der Meldung geht hervor, dass die US-Ölvorräte um 1,58 Millionen Barrel gesunken sind, während Analysten einen Anstieg um 3,2 Millionen Barrel erwartet hatten.
Die Canola-Futures in Winnipeg konnten zur Wochenmitte Gewinne erzielen, wobei der November-Kontrakt um 1,50 Can-$/t auf 599,60 Can-$/t stieg. Die Aufwärtsbewegung wurde durch eine derzeit hohe Verkaufsbereitschaft der Erzeuger am Kassamarkt begrenzt. An der Euronext in Paris fiel der Februar-Raps um 1,00 €/t auf 496,00 €/t. An den physischen Märkten zeigten sich die Preise hingegen weiter fester. Verglichen mit der Vorwoche legten die Rapspreise um knapp zehn € je t zu. Der Handel an den heimischen Kassamärkten wird von den Marktteilnehmern als ruhig beschrieben. Es wechselt vereinzelt Ware den Besitzer. Die Ölmühlen signalisieren nur verhaltenes Kaufinteresse.
ZMP Live Expertenmeinung
Insgesamt zeigt sich der Markt für Ölsaaten weiterhin uneinheitlich. Die globalen Ernteaussichten belasten die Kurse, wenn auch gleich das Wetter immer wieder für bullische Impulse sorgt, könnte das Eintreffen der prognostizierten Rekordernten für eine deutliche Talfahrt beim Soja sorgen.