In der Woche vom 14. bis 19. Juli 2025 standen die Agrarmärkte unter dem Einfluss vielfältiger Faktoren: geopolitische Spannungen, neue Exportzahlen aus Nord- und Südamerika, wetterbedingte Prognosen sowie Anzeichen neuer Handelsabkommen.
Am Montag verzeichneten die August-Kontrakte an der CBoT einen Rückgang auf 1.001,00 US-Cent/bushel, während Sojaschrot auf 267,70 US-$/short ton fiel. Verantwortlich dafür waren unter anderem enttäuschende US-Exportzahlen: Die Ausfuhren lagen mit 147.045 t 63 % unter der Vorwoche. Auch der Vergleich zum Vorjahr zeigte ein Minus von 16,1 %. Mexiko war mit 32.507 t wichtigster Abnehmer.
Positive Impulse kamen dann im Wochenverlauf. Bereits am Mittwoch stieg der Sojabohnenpreis um 18,40 Cent auf 1.013,40 US-Cent/bushel, was einer deutlichen Erholung entspricht. Ausschlaggebend waren bessere Wetterprognosen für den Corn Belt, wo verbreitet 2–4 cm Regen erwartet wurden.
Erfreulich war zudem, dass die NOPA-Daten zur Juni-Verarbeitung ein neues Rekordniveau auswiesen: 185,7 Mio. bushel Sojabohnen wurden verarbeitet – 5,8 % mehr als im Vorjahr. Damit wurde trotz des Rückgangs zum Mai ein positiver Verarbeitungstrend sichtbar.
Internationale Einflüsse kamen aus Südamerika: Brasilien exportierte im Juli laut ANEC voraussichtlich 12,19 Mio. t Soja, ein Plus gegenüber der Vorwoche und dem Vorjahr. Gleichzeitig meldeten chinesische Importeure für Juli rund 10,5 Mio. t Sojabohnen aus allen Ursprungsländern – ein klares Zeichen steigender globaler Nachfrage.
Auch der internationale Handel nahm Fahrt auf: Trump kündigte ein vorläufiges Handelsabkommen mit Indonesien an, das Agrarexporte im Wert von 4,5 Mrd. US-Dollar umfassen soll. Das stützte vor allem die Erwartungen für das neue Wirtschaftsjahr 2025/26, in dem Exportverkäufe von 529.600 t Sojabohnen gemeldet wurden – innerhalb der Markterwartungen.
Der Rapsmarkt in Europa und der Canola-Markt in Kanada wurden stark von geopolitischen Entwicklungen beeinflusst. Anfang der Woche fielen die Canola-Notierungen an der ICE in Winnipeg leicht auf 682,60 Can-$, während der europäische Raps an der Euronext auf 477,50 €/t zulegte.
Am Dienstag setzte sich dieser positive Trend fort: Der Rapskontrakt für August stieg in Paris auf 476,25 €/t, der November auf 485,00 €/t. Auch Canola legte auf 690,80 Can-$/t zu. Gründe waren feste Sojaölpreise sowie die Hoffnung, durch höhere Preise mehr Landwirte zu Verkäufen zu motivieren.
Doch am Mittwoch drehte der Markt erneut: Canola verlor 14,80 Can-$ auf 676,00 Can-$/t, da Wetterbedenken in Kanada zunahmen. Analysten rechnen mit einer durchschnittlichen Ernte in Saskatchewan und Alberta – sofern kühlere Temperaturen und ausreichend Regen kommen. 2024 lag die Canola-Produktion bei 17,8 Mio. t, mit Exporterlösen von rund 9 Mrd. €. Ziel für 2025: 26 Mio. t.
Ein Unsicherheitsfaktor blieb der Handelsstreit zwischen den USA und Kanada. Präsident Trump drohte mit Zöllen auf Canola, was besonders kritisch ist, da etwa die Hälfte der kanadischen Exporte in die USA geht.
ZMP Live Expertenmeinung
Experten zeigen sich hinsichtlich der weiteren Marktentwicklung vorsichtig optimistisch. Die robuste Nachfrage aus China und neuen Handelspartnern wie Indonesien stützt die Preise. Auch die Biokraftstoff-Nachfrage gibt Rückenwind, insbesondere für Canola. Gleichzeitig bleiben geopolitische Risiken – etwa durch mögliche US-Zölle – ein Unsicherheitsfaktor. Entscheidend wird auch das Wetter in Nordamerika sein: Rechtzeitiger Regen könnte die Ernten stabilisieren, zu viel Niederschlag hingegen die Qualität gefährden.