Die Abwärtskorrektur setzte sich auch am Mittwoch bei den Ölsaaten an der CBoT fort. Mit den Verlusten des Tages markierte der Januartermin ein Vier-Jahres-Tief von umgerechnet 338,23 Euro pro Tonne. Ein solch niedriger Stand wurde zuletzt im September 2020 erreicht. Auch beim Schrot sah es düster aus, sodass auch hier Verluste verkraftet werden mussten. Die Ertragsaussichten in Brasilien belasten weiterhin den Markt. Zudem haben ergiebige Niederschläge in weiten Teilen des Landes für noch bessere Anbaubedingungen gesorgt. Auch in Argentinien wird mit einer starken Sojaernte gerechnet. Viele Händler betonen zudem, dass der derzeitige Wechselkurs die Wettbewerbsfähigkeit der US-Angebote schmälert, weshalb sich viele Einkäufer für günstigere Offerten entscheiden.
Mit einem weiteren Tag in der Verlustzone beendeten die Canola-Kontrakte den Mittwochshandel. Der Januar-Termin sank auf 587,70 Kanadische Dollar pro Tonne. Damit haben die Bären seit Wochenbeginn die Führung bei der Ölsaat übernommen. Besonders die ebenfalls schwächeren Sojanotierungen machten sich an der kanadischen Börse bemerkbar. Die Canola-Exporte zeigten sich zudem in der vergangenen Woche (bis zum 08.12.) weniger dynamisch. Diese summierten sich auf 140.000 Tonnen und lagen damit 50.000 Tonnen unter dem Vorwochenwert. Auch der Raps an der Euronext verzeichnete deutliche Verluste, wobei die vorderen Termine bis zu zweistelligen Verlusten verbuchten. Pflanzenöle konnten sich zur Wochenmitte ebenfalls nicht behaupten. In Kuala Lumpur setzte das Palmöl seine Korrektur fort und erreichte zum Ende des Handelstages ein Vierwochen-Tief. Sorgen um die Nachfrage verunsicherten die Marktteilnehmer, und viele Börsenteilnehmer bezweifeln zudem, dass die malaysische Regierung wie angekündigt im Januar Biodiesel mit 40 Prozent Palmölanteil einführt. Das insgesamt schwache Marktumfeld verstärkte den Abwärtstrend.
ZMP Live Expertenmeinung
Aus fundamentaler Sicht, vor allem in Bezug auf die möglichen Ernten auf der Südhalbkugel, könnten die Ölsaaten in den kommenden Wochen weiter nachgeben. Jedoch sorgt das Wetter und die daraus resultierenden Anbaubedingungen auch für eine gewisse Unsicherheit. Sollte es unerwartet trocken bleiben in den wichtigen Anbaugebieten könnte sich der Markt schnell drehen. Aktuell betrachtet könnten es vorerst allerdings weiter südwärts gehen.