Die Notierungen im Sojakomplex standen in der zurückliegenden Woche spürbar unter Druck. Bei den Sojabohnen fiel der Januar-Kontrakt an der CBoT in fünf aufeinanderfolgenden Sitzungen und schloss zuletzt auf einem Sieben-Wochen-Tief. Entscheidend für die Talfahrt waren die ausbleibenden Impulse aus China sowie die sehr positiven Produktionsaussichten in Brasilien. Trotz mehrerer Exportmeldungen des USDA blieb das Handelsvolumen aus Sicht des Marktes enttäuschend. Selbst eine größere Buchung durch China in der Vorwoche vermochte die Erwartung eines Jahresendspurts nicht zu erfüllen. Parallel sorgte die fortlaufende Auktionsvermarktung von Importbohnen durch das chinesische Staatsunternehmen Sinograin für zusätzliche Skepsis, ob neue US-Lieferungen überhaupt bald aufgenommen werden. Schwache Exportinspektionen sowie ein enttäuschendes NOPA-Crush-Ergebnis verstärkten den Abgabedruck. Auch Sojaschrot folgte im Wochenverlauf der negativen Tendenz, während Sojaöl im Zuge fallender Rohölpreise zusätzlich an Wert verlor.
Am Rapsmarkt zeigten sich in Paris erneut deutliche Verluste. Die Februar-Notierung rutschte unter die Marke von 470 € und schloss am Freitag bei 461 €/t. Ausschlaggebend war das schwache Gesamtumfeld sowie die fehlenden Impulse aus dem eigenen Markt. Besonders schwer wiegt derzeit die negative Stimmung am Canola-Markt. An der ICE in Winnipeg fiel der Januar-Kontrakt bereits zu Wochenbeginn unter die Marke von 600 Can-$, bevor zum Wochenschluss auch der März dieses Niveau erreichte. Die kanadische Agrarbehörde hob ihre Schätzung für die Endbestände erneut deutlich an, was die Sorgen vor überfüllten Lägern weiter verstärkte. Die anhaltenden Exportprobleme im Handel mit China bleiben damit ein zentrales Thema.
ZMP Live Expertenmeinung
Die Ölsaatenmärkte stecken weiterhin in einem klar bärischen Trend. Während die Hoffnung auf eine Jahresendbelebung im US-Sojaexportgeschäft schwindet, bleibt auch die Erholung bei Sojaschrot und Sojaöl aus. Die starke brasilianische Ernteerwartung verschärft das Überangebot, insbesondere da China bislang nicht in nennenswertem Umfang am US-Markt aktiv geworden ist. Beim Canola lastet der Handelskonflikt mit China schwer auf den Preisen, was sich zunehmend in wachsenden Lagerbeständen niederschlägt. Auch der Raps folgt dem schwachen internationalen Marktumfeld. Für eine Trendwende bräuchte es derzeit klare Impulse wie etwa eine spürbare Nachfragesteigerung. Solche Signale sind derzeit jedoch nicht in Sicht.