Der Sojakomplex startete mit festem Grundton in die Woche. An der CBoT legten Sojabohnen und Sojaschrot zu, getragen von der Erwartung der mit Spannung erwarteten Nopa Zahlen. Schwächere USDA Exportzahlen, die unter Vorjahr lagen, rückten zunächst in den Hintergrund. Nach dem Feiertag in den USA richtete sich der Blick voll auf die Verarbeitungsdaten. Nopa meldete für Januar eine höhere Verarbeitung als vom Markt erwartet, was den Kursen Stabilität verlieh. Gleichzeitig stiegen die Sojaölbestände deutlich gegenüber dem Vormonat und lagen klar über dem Wert aus dem Vorjahr, was den Ölmarkt bremste und die Entwicklung bei Sojaschrot dämpfte.
Zur Wochenmitte bestimmten Exportmeldungen das Geschehen. Die wöchentlichen US Verschiffungen lagen spürbar über Vorjahr, mit China als wichtigstem Abnehmer. Das verlieh dem Markt Rückhalt. Von Südamerika kamen gemischte Signale. Die brasilianischen Exporte im Februar werden hoch eingeschätzt und deutlich über Vorjahr gesehen, auch wenn die Prognose leicht reduziert wurde.
Gegen Ende der Woche sorgte das Agricultural Outlook Forum des USDA für ein wahres Zahlenfeuerwerk. Die geplante Ausweitung der US Anbaufläche für 2026 und eine höhere Produktion trafen die Erwartungen des Handels weitgehend. Gleichzeitig berichtete der IGC von steigenden globalen Lagerbeständen bei Sojabohnen. Dennoch hielten sich die Kurse freundlich, was auf die robuste Nachfrage hindeutet.
Canola in Winnipeg zeigte sich schwankend, während Raps an der Euronext nach zwischenzeitlicher Schwäche zum Wochenschluss deutlich zulegte.
Spannend bleibt der Blick auf das internationale Geschehen. Aktuell ziehen die USA derart viele Truppen vor dem Iran zusammen, wie zuletzt vor dem Irakkrieg 2003. Ein militärischer Konflikt wird dadurch sehr wahrscheinlich. Sollten die Iraner als Vergeltung für einen US-Angriff die Straße von Hormus schließen, so würde sich das in der direkten Folge auf den Rohölpreis auswirken. Des Weiteren könnte der Handelskonflikt zwischen den USA und China in diesem Fall erneut verschärfen. Zuletzt nahmen die Chinesen wieder deutlich mehr Sojabohnen ab.
ZMP Live Expertenmeinung
Der Markt verarbeitet derzeit eine Fülle an Daten, ohne klaren Richtungsentscheid. Die robuste Verarbeitung und starke Exporte sprechen für eine anhaltend solide Nachfrage. Gleichzeitig deutet die geplante Flächenausweitung in den USA auf ein komfortableres Angebot im kommenden Jahr hin. Entscheidend dürfte sein, wie sich die südamerikanischen Exporte tatsächlich entwickeln. Kurzfristig bleibt der Sojakomplex stabil, mittelfristig könnte ein größeres Angebot jedoch bremsend wirken. Durch die politische Lage hinsichtlich des Irans könnten kurzfristig starke Verwerfungen den Markt beeinflussen.