Die vergangene Handelswoche war geprägt von einem starken Impuls durch die US-Umweltbehörde EPA. Diese legte überraschend hohe Biokraftstoffquoten für 2026 und 2027 vor, die deutlich über den bisherigen Vorgaben und den Markterwartungen lagen. Die Anhebung der Beimischmengen sorgte vor allem bei Sojabohnen für kräftige Kursgewinne an der Chicago Board of Trade (CBoT). Im Gegensatz dazu gerieten Sojaschrotnotierungen unter Druck, da der erwartete Boom bei Sojaöl zu einem Überschuss beim Nebenprodukt Sojaschrot führen könnte.
Geopolitische Spannungen zwischen Israel und dem Iran trieben die Rohölpreise nach oben und wirkten sich indirekt positiv auf die Pflanzenölmärkte aus. Die Canola-Futures in Kanada profitierten ebenfalls von dieser Entwicklung und legten weiter zu. Die Versorgungslage bleibt weiter angespannt, da die neue Canola-Ernte mit sehr trockenen Bedingungen konfrontiert ist. Mögliche Regenfälle in den Prärien könnten zwar für etwas Entspannung sorgen, viel Abhilfe dürften die angekündigten Mengen jedoch nicht schaffen. Mit Spannung wird der Erntebericht von Statistics Canada erwartet, der am 27. Juni veröffentlicht wird.
Auch in Europa zeigten sich steigende Rapsnotierungen. An der Euronext in Paris kletterte der August-Kontrakt auf 500,25 €/t. Insgesamt bleibt der Ölsaatenmarkt durch regulatorische Vorgaben und geopolitische Unsicherheiten spannend.
ZMP Live Expertenmeinung
Die überraschend hohen Biokraftstoffquoten der EPA könnten den Ölsaatenmarkt langfristig weiter stützen und die Nachfrage nach Sojaöl sowie anderen Pflanzenölen erhöhen. Die geopolitischen Spannungen im Nahen Osten dürften kurzfristig für erhöhte Volatilität sorgen und Rohölpreise weiter anheben, was den Pflanzenölen zusätzlichen Auftrieb geben kann. Geprägt durch die neuen regulatorischen Schritte und das Spannungsumfeld in Nah-Ost, wirken momentan viele bullische Faktoren auf die Ölsaaten ein. Der Ausgang im Konflikt um Israel und dem Iran ist noch ungewiss. Plötzliche Ereignisse können sich direkt auf den Preis auswirken.