Der Markt für Sojabohnen verzeichnete am Donnerstag bei den Kontrakten für die neue Ernte nur geringe Zuwächse von bis zu 5 Cent in den vorderen Terminen. Die Sojamehl-Futures verbuchten ebenfalls Verluste, während die Sojaöl-Futures im Tagesverlauf zulegen konnten. Der USDA-Bericht über die Exportverkäufe ergab, dass in der Woche vom 13. März 2024/25 insgesamt nur 352.580 Tonnen Sojabohnen verkauft wurden, was weniger ist als die von den Marktteilnehmern geschätzten 0,4 bis 0,9 Millionen Tonnen. Dies stellt ein 5-Wochen-Tief dar und einen Rückgang von 28,6 % im Vergleich zum Vorjahr. China war mit 269.900 Tonnen der größte Käufer, während Taiwan 60.000 Tonnen erwarb. Die Verkäufe der neuen Ernte beliefen sich auf lediglich 100 Tonnen, was unter den Erwartungen von 0 bis 50.000 Tonnen lag. Sojaschrot verzeichnete mit insgesamt 182.243 Tonnen einen Rückgang und blieb unter den Erwartungen des Marktes von 140.000 bis 470.000 Tonnen. Dies war das niedrigste Niveau seit drei Wochen. Die Verkäufe von Bohnenöl beliefen sich auf 34.179 Tonnen, was im Mittelfeld der Erwartungen von 15.000 bis 60.000 Tonnen lag, jedoch ebenfalls ein 3-Wochen-Tief darstellt. Ein Bericht des USDA-Auslandsdienstes prognostiziert, dass der Importbedarf Chinas in der Saison 2025/26 von derzeit 104 Millionen Tonnen auf 106 Millionen Tonnen steigen wird. Gleichzeitig warnt der Bericht jedoch vor einer möglichen Rückläufigkeit der Nachfrage, da Verbraucher zunehmend weniger Schweinefleisch konsumieren und stattdessen auf Geflügel und Meeresfrüchte ausweichen.
Die jüngste Aufwärtsbewegung der Canola-Preise wurde kurz vor dem Wochenende beendet. An der Intercontinental Exchange (ICE) in Winnipeg gab der Mai-Kontrakt um 11,50 Can-$ auf 572,70 Can-$/t nach. Besonders die Meldung, dass China Handelszölle von 100 Prozent auf verschiedene Canola-Produkte einführen könnte, sorgte für Unsicherheit und ließ die Marktteilnehmer abwarten. Aufgrund der gesunkenen Preise erwarten die Marktteilnehmer jedoch eine Belebung der Geschäfte. An der Euronext in Paris hingegen widersetzten sich die Rapspreise den negativen Vorgaben aus Übersee und verzeichneten einen Anstieg. Der Mai-Kontrakt stieg um 5,75 € auf 492,00 €/t. Der EU-Raps profitiert derzeit von den angekündigten Zöllen Chinas auf kanadisches Canola.
ZMP Live Expertenmeinung
Die Märkte für Sojabohnen und Canola stehen derzeit unter Druck, bedingt durch schwache Exportzahlen und Unsicherheiten hinsichtlich Handelszöllen. Dennoch gibt es aber vereinzelt bullische Entwicklungen, wie den Anstieg der Rapspreise in der EU. Dieser profitiert aktuell von der Entwicklung in Bezug auf Zölle beim Canola. Insgesamt herrscht eine vorsichtige Marktlage, in der kurzfristige Preisanpassungen und mögliche Erholungen von den Marktteilnehmern erwartet werden.