Raps an der Euronext/Matif zeigt sich auf Wochensicht kaum verändert. Gestern schloss der meistgehandelte Februar-Termin bei 638,50 Euro und damit nur 0,50 Euro/t höher als noch am vergangenen Freitag. Auch wenn sich die Schlusskurse auf Wochensicht beinahe unverändert darstellen bleibt die Volatilität an den einzelnen Handelstagen hoch. Gab es gestern im Februar-Termin in Plus von 6,00 Euro je Tonne, standen am Dienstag Tageverluste von 13 Euro je Tonne im gleichen Kontrakt auf der Anzeigetafel der Pariser Euronext/Matif.
Ein relativ ähnliches Bild zeigt sich dabei auch auf den hiesigen Kassamärkten. Hier sind die Umsätze weiterhin eher überschaubar. Die Verarbeiter von Raps zeige sich derzeit sehr kauffreudig bei den Importen. Mit 1,994 Mio. Tonnen wurden bis zur 16 Kalenderwoche des laufenden Wirtschaftsjahres rund 606.000 Tonnen mehr Rapssaat in die Europäische Union eingeführt als zum selben Zeitpunkt des Vorjahres. Rapsschrot hingegen wurde mit 173.239 Tonnen mengenmäßig deutlich weniger im außereuropäischen Ausland eingekauft als noch vor einem Jahr. Gut voran gekommen sin auch die kanadischen Farmer bei der Canolaernte. Diese fällt deutlich besser aus als im dürregeplagten Vorjahr. Rund 19 Mio. Tonnen Canola werden in diesem Jahr erwartet, im Vorjahr waren es lediglich 13,8 Mio. Tonnen. Die Hektarerträge legen in Kanada um sehr deutliche 45 Prozent zu. Die Farmer zeigen sich aktuell zurückhaltend beim Verkauf ihrer Ernten. Das stützte zuletzt das Preisgefüge an der ICE in Winnipeg. Die Ölsaat schloss hier am gestrigen Donnerstag bei 876,30 Can-$/t (umgerechnet 650,15 Euro/t).
Die Sojabohnen an der CBoT zeigten auf Wochensicht ein anderes Bild. Die Kontrakte in Chicago zogen an. Zwar belastet die gut vorankommende Sojaernte in den USA und die Aussichten auf die Rekordernte in Brasilien den Handel. Sehr gute Exportzahlen verhalfen den Bohnen jedoch insbesondere am gestrigen Donnerstag zu Kursgewinnen. Neben den wöchentlichen Exportsales, die besser ausfielen als viele Analysten im Vorfeld erwartet hatten, konnte das USDA zudem zwei große Exportverkäufe melden. 201.000 Tonnen haben private Käufer in China geordert, 132.000 Tonnen Sojabohnen gehen an einen Käufer unbekannter Herkunft. Die US-Sojaernte kommt schneller voran als im Durchschnitt der letzten fünf Jahre. Aktuell sind 63 Prozent der Bestände eingefahren, im Vorjahr waren es zum selben Zeitpunkt 58 Prozent und im langjährigen Durchschnitt sind es Mitte Oktober lediglich 52 Prozent. Durchaus drücken derzeit weiterhin de konjunkturellen Sorgen auf die Stimmung an den Handelstischen. Der Internationale Getreiderat (IGC) kürzte erwartungsgemäß die globale Sojaproduktion. Im Vergleich zur bisherigen Schätzung wurde die Erntemenge um 1 Mio. Tonnen nach unten korrigiert und bei 386 Mio. Tonnen gesehen. Trotz der jüngsten Prognosekürzung wird die Menge des Vorjahres (355 Mio. Tonnen) deutlich überschritten. Die Endbestände werden durch den IGC höher eingestuft und sollen am Ende des Wirtschaftsjahres 54 Mio. Tonnen betragen. An den Kassamärkten hierzulande zeigen sich auf Wochensicht leicht schwächere Notierungen für Sojaschrot. In Hamburg werden aktuell 548 Euro/t aufgerufen und damit 3 Euro weniger als noch vor einer Woche. Die europäischen Importe von Sojabohnen aber auch von Sojaschrot zeigen sich im Vergleich zum Vorjahr auf geringerem Niveau. Brasilien bleibt der wichtigste Lieferant für Sojaschrot in Europa. Mit 2,5 Mio. gelieferten Tonnen Sojaschrots kommen etwas mehr als 55 Prozent der europäischen Importe aus dem Land in Südamerika. Auch bei den Sojabohnen kommt ein Großteil aus Brasilien (49,2 Prozent) gefolgt von US-Bohnen (35,1 Prozent).
Ölsaaten-Aktualisieren,
Update Ölssaaten vom Dienstag, 25. Oktober 2022
Mit Gewinnen ging es für Raps in die neue Woche. Nach einem Plus von 14 Euro im Frontmonat gestern leuchten auch heute die Vorzeichen an der Euronext/Matif bis zum Mittag wieder grün. Ab dem Nachmittag geht es jedoch wieder deutlicher südwärts für Raps. Der meistgehandelte Februartermin verliert seinen Tagesgewinn vom gestrigen Montag bis 16.00 Uh r vollständig. An den Kassamärkten zeigten sich die Notierungen zuletzt relativ stabil, auch weil zu den Kursen kaum Handel stattfindet. Erzeuger zeigen sich weiterhin kaum abgabebreit in der Hoffnung auf weiter anziehende Kurse. Die Ölmühlen indes zeigen sich aktuell ihrerseits gut versorgt und fragen nur verhalten Mengen an. Der bereits ausgesäte Winterraps konnte vom Wetter der letzten Tage mit Niederschlägen und warmen Temperaturen profitieren und entwickelt sich gut. Rapsschrot gab in den letzten Tagen mehrheitlich im Bundesmittel nach. Für prompte Lieferungen werden aktuell im Bundesdurchschnitt 375 Euro/t verlangt. Das sind 3 Euro weniger als in der Vorwoche. Sojaschrot hingegen zeigen sich zuletzt wieder fester an den hiesigen Kassamärkten.
Die Sojabohnen an der CBoT korrigierten gestern deutlich nach unten. Die Erntearbeiten in den USA kommen gut voran und die inländische Logistik bereitet wegen einer eingeschränkten Befahrbarkeit aufgrund von Niedrigwasser am Mississippi Probleme. Die Exportverladungen, die vom USDA gestern veröffentlicht wurden, markieren mit 2,88 Mio. Tonnen ein neues Acht-Jahres-Hoch. Insbesondere China hat zuletzt kräftig einkauft. Die Importstatistik im Reich der Mitte deutet bei den Sojaimporten auf eine Trendwende in der Nachfrage hin. Gleichwohl, und darum standen die Bohnen zum Wochenanfang auch unter Druck, sorgen sich die Marktteilnehmer wegen der weiter durchgesetzten stricken Zero-Covid-Politikum die weitere Nachfrageentwicklung aus China. Mit Start des Taghandels heute an der CBoT zeigen sich jedoch wieder freundliche Tendenzen. Sojaschrot startet ebenfalls mit steigenden Kursen in den Taghandel, Sojaöl tendiert aktuell schwächer.
ZMP Live Expertenmeinung
Die Ernte in den USA drückt, die Exportzahlen deuten jedoch auf eine sich nachhaltig verbessernde Nachfrage nach Sojabohnen hin. Die Rapsernte ist global ebenfalls besser ausgefallen und sorgt unterm Strich für Preisstabilität. Insbesondere aber die europäischen Preise dürften weiterhin unter den Eindrücken des Ukraine-Konfilktes volatil bleiben.