Die Preise für Raps am Terminmarkt in Paris sind in der abgelaufenen Woche zunächst euphorisch gestartet und haben am Montag mit 543 Euro je Tonne ein Langzeithoch erklommen. Zum Ende der Woche jedoch folgte die Gegenbewegung und die Kurse brachen zum Schlusskurs am Donnerstag auf nur noch 510,75 Euro je Tonne für den Februartermin ein.
Ähnlich verliefen die Sojabohnenkurse in den USA, die ebenfalls den Wochenhöchststand am Montag erreichten und seitdem wieder unter der Marke von 1.000 US-Cent je bushel liegen. Die USA verzeichnen eine große Sojabohnenernte, und das US-Landwirtschaftsministerium (USDA) erwartet weltweit eine Rekordproduktion von 425,4 Mio. Tonnen. Für Preisdruck sorgten vor allem die guten Ernteprognosen in großen Teilen von Brasilien. Das bessere Wetter und die dadurch bedingten besseren Wachstumsbedingungen lassen die Erzeuger auf eine gute Ernte hoffen. Der brasilianische Agrarverband Abiove erhöhte seine Produktionsprognose auf einen Rekord von 167,7 Mio. Tonnen. Trotz Meldungen des US-Agrarministeriums über Exportverkäufe nach China und anderen Ländern konnte der Abwärtstrend nicht gestoppt werden. Chinesische Zolldaten zeigten, dass das Land im Oktober über 8 Mio. Tonnen Sojabohnen importierte. Zuletzt belastete auch der starke US-Dollar die Exporterwartungen.
Nach Schätzungen des USDA wird die weltweite Produktion von Ölsaaten im Wirtschaftsjahr 2024/25 voraussichtlich einen Rekordwert von rund 682,2 Mio. Tonnen erreichen, was einem Anstieg von knapp 4 % im Vergleich zum Vorjahr entspricht. Ursache hierfür ist insbesondere die Rekordernte von Sojabohnen, für die das US-Landwirtschaftsministerium (USDA) weltweit eine Produktion von 425,4 Mio. Tonnen erwartet. Die weltweite Rapserzeugung hingegen wird um 3 % auf 87,2 Mio. Tonnen niedriger geschätzt, hauptsächlich aufgrund einer schwachen Ernte in der EU. Die globale Verarbeitung von Ölsaaten wird auf einen Höchstwert von 556,9 Mio. Tonnen geschätzt, und die weltweiten Endbestände sollen 147,7 Mio. Tonnen erreichen, 16 Mio. Tonnen mehr als im Vorjahr.
ZMP Live Expertenmeinung
Die weltweiten Produktionszahlen sprechen eine deutliche Sprache und lassen angesichts insgesamt niedriger Rohölpreise wenig Spielraum für deutlich steigende Preise. Raps bleibt in der EU jedoch knapp und teuer.