Die Sojabohnen zeigten sich in der vergangenen Woche volatil, aber insgesamt leicht fester. Zu Wochenbeginn stützten starke Verarbeitungs- und Exportdaten aus den USA sowie eine stabile Nachfrage aus China. Eine erste Rally bei Sojaöl verlieh dem gesamten Sojakomplex zusätzlichen Schwung. Zeitweise sorgten die Bestätigungen hoher chinesischer Aufkäufe durch Regierungsvertreter für Kaufinteresse. Gleichzeitig hielten jedoch Sorgen über die Wettbewerbsfähigkeit der US-Exporte an. Während chinesische Importe für 2025 mit einem neuen Rekordwert beziffert wurden, könnte Brasilien zur dominierenden Bezugsquelle werden. Die brasilianische Ernte gewinnt langsam an Tempo, verläuft aber regional uneinheitlich. Schwächere Exportprognosen für Januar und Befürchtungen über eine nachlassende Nachfrage dämpften die Kurse zum Wochenschluss. Sojaschrot konnte sich dem insgesamt richtungslosen Handel zeitweise entziehen und verzeichnete moderate Zuwächse.
Canola profitierte zunächst vom verkündeten Kompromiss zwischen Kanada und China, der deutliche Zollsenkungen ab März vorsieht. Der Hoffnungsschimmer auf neue Exportimpulse reichte jedoch nicht für nachhaltige Kursgewinne, zumal weitere Buchungen ausblieben. Erst ein kräftiger Kurssprung bei Sojaöl und neue Marktspekulationen über mögliche zusätzliche Canola-Käufe durch China belebten den Markt zur Wochenmitte. Unterstützung kam auch von der kanadischen Agrarbehörde, die für 2026/27 eine geringere Canola-Ernte erwartet. An der Euronext zeigte sich Raps ebenfalls fester, getrieben vom internationalen Umfeld und einer robusten Preisentwicklung bei Palmöl. Gegen Ende der Woche kam es allerdings zu einer leichten Korrektur.
ZMP Live Expertenmeinung
Die Ölsaatenmärkte zeigen sich in einer Phase relativer Unsicherheit. Zwar stützt die stabile Nachfrage Chinas weiterhin den US-Sojamarkt, doch mittelfristig dürfte Brasilien durch das erwartete Rekordangebot die Exportführung übernehmen. Die schwächelnden US-Preise bleiben ein Unsicherheitsfaktor, ebenso wie politische Spannungen mit der EU. Beim Sojaöl hellt die Aussicht auf eine anziehende Nachfrage aus dem Biokraftstoffsektor das Bild auf. Canola profitiert aktuell von Hoffnungen auf neue Exportimpulse nach China, muss jedoch kurzfristig durch Fakten untermauert werden. Raps zeigt sich an der Euronext robust, bleibt jedoch abhängig vom internationalen Umfeld und den Entwicklungen im Pflanzenölmarkt.