Zu Beginn der Woche zeigte der Sojakomplex leichte Anzeichen einer Erholung. Die Preise für Sojabohnenkontrakte im März stiegen um 9,40 US-Cent auf 1.065,40 US-Cent/bushel (375,40 €/t). Gleichzeitig gingen die Notierungen für Sojaschrot leicht zurück und sanken um 0,50 US-Cent auf 315,30 US-Cent/bushel (332,11 €/t). Belastend wirkten dabei Probleme in Brasilien, wo Schwierigkeiten beim Entladen in chinesischen Häfen zu niedrigeren Basis-Geboten führten. Laut dem brasilianischen Agrarministerium sind lediglich fünf Unternehmen von diesen Problemen betroffen und die Exporte nach China sollen insgesamt kaum beeinträchtigt sein.
Im Raps- und Canola-Sektor zeigte sich ein gemischtes Bild. Während die Canola-Preise an der Intercontinental Exchange (ICE) in Winnipeg um 7,30 auf 637,40 Can-$/t stiegen, verlor der Februar-Raps an der Pariser Euronext leicht und sank um 0,25 € auf 525,50 €/t.
Auch der Palmölmarkt zeigte kleine Gewinne. Die Preise für Palmöl im März legten an der Börse in Malaysia um 1 Ringgit auf 4.320 MYR/t zu. Ähnlich entwickelte sich das Sojaöl in den USA, das für den März um 0,62 US-Cent auf 45,04 US-Cent/pound (952,54 €/t) anstieg.
Die allgemeine Stimmung in Südostasien blieb jedoch gedämpft. Gründe dafür waren unter anderem eine ungünstige Währungsentwicklung sowie eine geringere Nachfrage aus Indien, einem der Hauptabnehmer. Zusätzlicher Druck kam durch globale Unsicherheiten, da befürchtet wurde, die USA könnten im Februar neue Zölle auf Importe aus China erheben. Gegen Ende der Woche sorgten jedoch die bevorstehenden Feierlichkeiten zum Mondneujahrsfest und der Fastenmonat im März für eine gewisse Stabilisierung, da man auf eine steigende Nachfrage spekulierte. Gleichzeitig setzte China die Importe von fünf brasilianischen Unternehmen wegen Verstößen gegen Gesundheitsvorschriften aus.
ZMP Live Expertenmeinung
Ölsaaten profitieren kurzfristig von steigender Nachfrage durch Feiertage. Sojabohnen und Canola zeigen Gewinne, Palmöl zieht an. Risiken bleiben durch Exportprobleme in Brasilien, Chinas Importstopp und mögliche US-Zölle auf China. Langfristig könnten geopolitische Unsicherheiten den Markt belasten.