Die Handelswoche am Ölsaatenmarkt verlief bisher uneinheitlich – insbesondere bei Soja, wo enttäuschende Exportzahlen und wetterbedingter Preisdruck den Ton angaben. Zum Wochenauftakt gerieten die Notierungen unter Druck, obwohl die Exportinspektionen mit 365.000 Tonnen kräftig anzogen. Belastend wirkte vor allem der USDA-Bericht zur Pflanzenentwicklung. Im weiteren Wochenverlauf zeigten sich die Kurse wechselhaft – einerseits gestützt durch überraschend schwächere Feldbewertungen, andererseits belastet durch Wetterprognosen mit moderaten Regenfällen im US-Anbaugebiet. Auch die wöchentlichen Verkaufszahlen des USDA sorgten nicht für Entlastung: Die Verkäufe aus der alten Ernte sanken um 60 Prozent, die aus der neuen Ernte erreichten ein Vier-Wochen-Tief. In Südamerika bleibt Brasilien mit hohen Ausfuhren im Fokus, während China verstärkt Sojaschrot aus Argentinien ordert – ein Signal für sich verändernde Handelsmuster.
In Kanada standen die Canola-Futures unter Druck, vor allem durch günstige Wetterprognosen und einen festeren kanadischen Dollar. Zwischenzeitlich gab es aber auch Aufschwünge, insbesondere gestützt durch steigende Preise für Sojaöl und andere Pflanzenöle. In Paris bewegten sich die Rapsnotierungen ebenfalls volatil – zwischen zeitweisen Gewinnen zur Wochenmitte und einem erneuten Rücksetzer im Anschluss. Insgesamt bleibt die Lage bei den Ölsaaten fragil: Das Wettergeschehen in Nordamerika, die Nachfrageentwicklung in Asien und die globale Ölpreisentwicklung dürften die Marktstimmung in den kommenden Wochen weiterhin maßgeblich beeinflussen.
ZMP Live Expertenmeinung
Der Ölsaatenmarkt bleibt anfällig für witterungsbedingte Kursausschläge. Entscheidend wird sein, wie sich die Wetterlage im US-Mittelwesten entwickelt – vor allem im Hinblick auf die empfindliche Reifephase der Sojabohnen. Auch die Entwicklung an den Energiemärkten – insbesondere bei Rohöl und Pflanzenölen – wird mit Blick auf den Rapsmarkt genau beobachtet, der unter einem starken Euro leidet. In Kanada wird das Wetter in der Prärie den Ton angeben. Insgesamt ist mit einer weiterhin volatilen Marktphase zu rechnen – klarere Trends dürften sich erst mit den nächsten USDA-Daten und konkreteren Ernteschätzungen herausbilden.