Der Sojakomplex zeigte sich im Wochenverlauf zum Teil nervös und stark von geopolitischen sowie energiebezogenen Impulsen geprägt. Zum Ende der Vorwoche kam es nach den Aufschlägen zunächst zu Gewinnmitnahmen, verstärkt durch einen festeren US Dollar. Gleichzeitig sorgten widersprüchliche Meldungen zur chinesischen Importpolitik gegenüber brasilianischer Ware für Unsicherheit im Exportgeschäft. Zur Wochenmitte rückten dann die erwartete Ausweitung der US Anbauflächen sowie die anstehenden Entscheidungen zu Biokraftstoffquoten in den Fokus und belasteten insbesondere Sojaschrot deutlich.
Gegen Mitte der Woche konnten sich die Sojabohnen zeitweise vom schwächeren Umfeld abkoppeln, gestützt durch robuste Exportdaten und einzelne Großkäufe. Dennoch blieb die Marktstimmung fragil, da politische Signale zum Iran Konflikt und zu möglichen Gesprächen zwischen den USA und China jederzeit Richtungswechsel auslösten. Gegen Ende der Woche sorgten über den Erwartungen liegende Exportverkäufe sowie eine Stabilisierung bei Sojaschrot wieder für Auftrieb.
Sojaöl profitierte zusätzlich von der Entwicklung im Energiesektor und der steigenden Nachfrage im Bereich erneuerbarer Kraftstoffe, was auch die internationalen Pflanzenölmärkte stützte. Canola folgte weitgehend den Vorgaben von Sojaöl und Rohöl, während Raps in Paris vergleichsweise stabil tendierte und sich mehrfach gegen den übergeordneten Trend behauptete.
ZMP Live Expertenmeinung
Die Märkte bleiben stark von politischen Entwicklungen abhängig, insbesondere im Hinblick auf den Iran Konflikt und die Beziehungen zwischen den USA und China. Kurzfristig dürften Exportdaten und energiebezogene Impulse die Richtung vorgeben. Die erwartete Ausweitung der Anbauflächen spricht mittelfristig jedoch für ein begrenztes Aufwärtspotenzial. Gleichzeitig sorgt die robuste Nachfrage im Ölsegment für eine gewisse Stabilisierung. Entscheidend wird sein, wie die Biokraftstoffpolitik konkret ausgestaltet wird. Insgesamt ist weiterhin mit erhöhter Volatilität zu rechnen, ohne klaren Trend.