Der Sojabohnenmarkt zeigte am Donnerstag eine Kehrtwende. Die frühen Gewinne der Bohnen wurden wieder abgegeben, und die Kontrakte schlossen den Handel mit einem Minus von 1 bis 4 Cents. Auch Sojaschrot und Sojaöl konnten die Vorzeichen nicht drehen und beendeten den Handel im roten Bereich. Präsident Trump kündigte an, ab nächster Woche zusätzliche Zölle in Höhe von 10 % auf China zu erheben. Wie auch beim Getreide fürchten viele Händler und Marktteilnehmer, dass die Geschäfte deutlich einbrechen könnten. Zeitgleich wächst die Sorge vor Gegenmaßnahmen. Gestern wurden auch die jüngsten US-Exportdaten veröffentlicht. In der vergangenen Woche wurden 410.878 Tonnen Sojabohnen für das Handelsjahr 2024/25 verkauft, was einem Rückgang von 14,4 % im Vergleich zur Vorwoche entspricht, aber immer noch deutlich über dem Niveau des Vorjahres liegt. Der größte Abnehmer war China mit 202.200 Tonnen, gefolgt von Ägypten mit 172.500 Tonnen. Die Verkäufe der neuen Ernte lagen mit 3.620 Tonnen am unteren Ende der Schätzungen von 0 bis 50.000 Tonnen. Die Verkäufe von Sojaschrot beliefen sich auf nur 176.472 Tonnen und lagen damit ebenfalls unter der erwarteten Spanne von 200.000 bis 525.000 Tonnen. Die Buchungen für Bohnenöl lagen mit 18.363 Tonnen in der Mitte der Schätzungen von 0 bis 30.000 Tonnen. Gestern rückte neben den politischen Meldungen der Bericht des USDA in den Mittelpunkt. Das USDA Outlook Forum präsentierte die Schätzungen des Office of the Chief Economist, wonach im kommenden Frühjahr auf rund 84 Mio. acres Soja angebaut werden sollen, was geringfügig unter dem Durchschnitt der Analystenschätzungen liegt. Die erwarteten Sojaendbestände für 2025/26 liegen bei 320 Mio. bushel und damit leicht unter den Markterwartungen. Die Canola-Preise an der ICE in Winnipeg gerieten unter Druck und fielen um 6,30 Can-$ auf 658,10 Can-$/t. Obwohl der Handel zunächst positiv startete, führte der Einfluss schwächerer Konkurrenzmärkte zu Verlusten. Gebremst wurden die Verluste von den soliden Verarbeitungszahlen. Im Januar wurden laut der kanadischen Statistikbehörde etwa 1 Mio. t Canola verarbeitet, 8 % mehr als im Vorjahresmonat. Im Gegensatz dazu konnten die Rapskontrakte an der Euronext in Paris zulegen. Der Mai-Kontrakt stieg um 6,50 € auf 538,00 €/t und konnte sich somit von den schwachen Vorgaben lösen.
ZMP Live Expertenmeinung
Die jüngsten Entwicklungen auf dem Sojabohnenmarkt deuten weiter auf volatile Kurse hin. Die zusätzlichen Zölle, die von Präsident Trump angekündigt wurden, könnten die Exporte weiter belasten und zu Gegenmaßnahmen führen. Trotz stabiler Nachfrage und positiver Exportzahlen, bleibt die Unsicherheit bei den Marktteilnehmern hoch. Die Schätzungen des USDA zeigen eine leichte Abnahme der Anbaufläche und der Endbestände, was wiederum die Verluste in Zaum halten könnte. Zusätzlich beeinflussen die schwächeren Konkurrenzmärkte die Preise negativ und könnten damit weiter für Druck sorgen.