Am Donnerstag verzeichneten die Sojabohnen-Futures in den meisten Kontrakten einen Anstieg von 13 bis 16 Cent. Auch die Sojamehl-Futures schlossen mit einem Plus, während die Sojaöl-Futures im Tagesverlauf höhere Notierungen erzielten. Laut einem Bericht der Nachrichtenagentur Reuters hat das Weiße Haus Biokraftstoff- und Ölproduzenten dazu aufgerufen, in Gespräche über eine neue Biokraftstoffpolitik einzutreten. Ein Vorschlag zur Erhöhung der Beimischungspflicht für Diesel und Biodiesel aus erneuerbaren Energiequellen wurde bereits diskutiert und es zeichnete sich eine Einigung ab.
Die wöchentlichen Exportverkäufe von Sojabohnen für die Saison 2024/25 betrugen in der Woche bis zum 20. März insgesamt 338.469 Tonnen, was einen Rückgang von 4 % im Vergleich zur Vorwoche bedeutet. Dennoch lagen die Verkäufe um 28,3 % über dem Niveau der gleichen Woche des Vorjahres. Mexiko war in dieser Woche mit 260.900 Tonnen der größte Abnehmer, während China 202.300 Tonnen importierte. Die Buchungen für Sojaschrot fielen mit 165.992 Tonnen auf den niedrigsten Stand seit zehn Wochen. Im Gegensatz dazu stiegen die Verkäufe von Bohnenöl auf 44.493 Tonnen, was einem Anstieg von 30,2 % im Vergleich zur Vorwoche entspricht.
An der Intercontinental Exchange konnten die Canola-Notierungen am gestrigen Handelstag zulegen und erzielten teilweise zweistellige Gewinne. Der Mai-Raps an der Pariser Euronext legte um 8,00 € zu und erreichte 521,00 €/t – ein deutlicher Preisanstieg vor dem Wochenende. Obwohl die Preise zu Beginn der Woche nachgaben, erholten sie sich im weiteren Verlauf und der Mai-Termin durchbrach erneut die 500-Euro-Marke. Die Kontrakte für die neue Ernte zeigten jedoch weniger starke Preissteigerungen, da gute Prognosen für die kommende Rapsernte in der EU die Gewinne begrenzten. Zudem bleiben die Zölle zwischen den USA und China ein Unsicherheitsfaktor für die Märkte.
ZMP Live Expertenmeinung
Die Preisentwicklung für Sojabohnen, Canola und Raps zeigte zuletzt eine positive Tendenz, gestützt durch politische Impulse wie die Diskussion über Biokraftstoff-Beimischungen und eine starke Exportnachfrage, besonders aus Mexiko und China. Die Canola- und Rapspreise erholten sich ebenfalls. Allerdings könnte die gute Rapsernte in der EU als auch in Brasilien sich preisdämpfend auswirken. Zudem bleiben die Handelszölle zwischen den USA und den anderen Ländern ein Unsicherheitsfaktor.