Der Sojamarkt zeigte sich in der Berichtswoche volatil und von gegensätzlichen Impulsen geprägt. Während zu Wochenbeginn schwache Vorgaben bei Palmöl, rückläufige Rohölpreise und geringe Handelsaktivität auf die Stimmung drückten, sorgten Exportnachrichten und politische Signale im weiteren Verlauf für eine deutliche Belebung. Die Ankündigung eines privaten Verkaufs von 123.000 Tonnen Sojabohnen aus den USA nach China stützte die Kurse zunächst nur leicht, doch die Meldung über zusätzliche Großbestellungen von mindestens zehn Schiffsladungen aus China verlieh dem Markt ab Wochenmitte spürbare Unterstützung. Parallel dazu bestätigten US-Regierungsvertreter, dass man bei den geplanten Lieferungen über insgesamt 12 Millionen Tonnen im Zeitplan liege. Diese Entwicklung erhielt zusätzliche Dynamik, als bekannt wurde, dass China 69.000 Tonnen brasilianischer Sojabohnen wegen Pestizidbelastung in einer Lieferung zurückgewiesen hat. Die Marktteilnehmer bewerteten dies als Signal für eine mögliche Umschichtung der Nachfrage hin zu US-Ware.
Während Sojabohnen zur Wochenmitte deutlich zulegten, zeigte sich Sojaschrot weitgehend stabil. Die wöchentlichen Exportzahlen für Sojaschrot lagen am oberen Ende der Erwartungen, während die Verkäufe von Sojaöl enttäuschten. Der Canola-Markt folgte im Wochenverlauf den Vorgaben des Sojamarkts, auch wenn die Exportnachfrage weiterhin schwach blieb. Spekulationen um eine mögliche Anhebung der kanadischen Produktionsschätzung auf mindestens 20 Millionen Tonnen sorgten gegen Ende der Woche für Zurückhaltung. Der Rapsmarkt in Europa bewegte sich in engen Bahnen.
ZMP Live Expertenmeinung
Die Stimmung im Sojakomplex hat sich im Wochenverlauf deutlich aufgehellt. Die Rückweisung brasilianischer Ware durch China sowie fortgesetzte US-Exporte könnten dem Markt in den kommenden Tagen weiteren Auftrieb geben, insbesondere wenn sich die Spannungen um brasilianische Lieferungen ausweiten. Allerdings bleiben die enttäuschenden Sojaölverkäufe ein belastender Faktor. Auch beim Canola könnte eine höhere Produktionsschätzung den Preisdruck verstärken, sofern sich die Exportnachfrage nicht belebt. Der Rapsmarkt bleibt eng am Sojakomplex orientiert, dürfte jedoch ohne eigene Impulse weiter seitwärts tendieren. Kurzfristig bleibt das Marktgeschehen stark von chinesischen Importentscheidungen abhängig.