BMEL Erntebericht: Unterdurchschnittliche Rapsernte
Der vorläufigeErntebericht des Bundeslandwirtschaftsministeriums (BMEL) vom 29. Aug. 24 bestätigt die erwartet ungünstigen Ergebnisse der deutschen Rapsernte. Die Erzeugung wird auf 3,61 Mio. t eingestuft und liegt damit um -14,3 % unter Vorjahr. Ausschlaggebend sind gleichermaßen die witterungsbedingt reduzierten Anbauflächen mit -7,3 % und die Ertragseinbußen von -7,6 % im Bundesdurchschnitt.
Besonders niedrige Ernten wurden in Schleswig-Holstein (-29,2 %), Thüringen (-21 %), Sachsen (-20,9 %), Niedersachsen (-22,7 %) und in NRW (-18,1) ermittelt. In den meisten Fällen spielen reduzierte Anbauflächen als Folge ungünstiger Wetterverhältnisse zum Aussaatzeitraum eine entscheidende Rolle. In Schleswig-Holstein, Sachsen, Thüringen und Niedersachsen verschärften die Ertragsminderungen das Ergebnis. Lediglich in Rheinland-Pfalz und Hessen wurden positive Rapsernten gemacht.
Der Selbstversorgungsgrad bei Raps schwankt in Deutschland um die 40 %:
Die Rapskurse an der Pariser Börse halten sich mit 469 €/t für Nov.-24 nach nur kurzer Schwächephase wieder deutlich oberhalb der 450 €/t-Linie. Nennenswerte Steigerungen sind für die nachfolgenden Liefertermine jedoch nicht zu beobachten.
Die Canola-Notierungen an der kanadischen Börse in Winnipeg sind auf umgerechnet 400 €/t zurückgefallen. Die jüngste Ernteschätzung ergab ein gutes Ergebnis von 19,5 Mio. t. Im Gegensatz zur importabhängigen EU ist Kanada mit rd. 45 % Anteil der Erzeugung weltgrößtes Rapsausfuhrland. Die aktuelle Preisschwäche ist auch eine Folge des Streiks bei der Eisenbahn als wichtigstes Landtransportmittel zu den Ausfuhrhäfen.
Die Palmölkurse sind in der letzten Woche weiter in Richtung 830 €/t gestiegen und geben als Marktführer im Sektor der pflanzlichen Öle den Ton an.
Die Sojakurse in den USA haben sich nach der kräftigen Abstiegsphase infolge hoher Ernteerwartungen wieder gefangen. Die Notierungen werden unterstützt durch unerwartet hohe US- Verkaufsabschlüsse. Nach wie vor geht man jedoch von einer überdurchschnittlichen Sojaversorgung in diesem Jahr aus.
Nach einem kurzen Zwischenhoch sind die Rohölkurse (Brent) wieder auf das Ausgangsniveau von 78,2 $/bb zurückgefallen. Der Rückgang sorgt für Preisdämpfung bei den pflanzenölbetonten Rohstoffen für die Biodieselherstellung.
ZMP Live Expertenmeinung
Nach einer Kursabschwungphase zeigen die jüngsten Notierungen wieder eine deutliche Stabilisierung und in Teilbereichen sogar leichte Aufwärtstendenzen. Der weltweit knapp versorgte Rapsmarkt wird dabei durch die steigenden Palmölkurse unterstützt. Soja profitiert von den jüngsten US-Exportgeschäften. Dennoch bleibt es bei einer überdurchschnittlichen Sojaversorgung.