Die Sojabohnen bewegten sich in einer volatilen Spanne, geprägt von wetterbedingten Unsicherheiten in Südamerika, durchwachsenen Exportzahlen und schwankenden Währungsimpulsen. Während zum Ende der Vorwoche die verschlechterte Bewertung der argentinischen Sojabestände sowie Gerüchte über weitere Käufe Chinas für Auftrieb sorgten, folgte am Montag ein Kursrücksetzer. Grund waren Gewinnmitnahmen und eine leicht angehobene Ernteschätzung aus Brasilien, wenngleich dort weiter Trockenheit im Süden Sorgen bereitet. Zur Wochenmitte profitierte der Sojakomplex vom schwachen US-Dollar, der Exportchancen verbesserte. Doch das USDA-Update zu den wöchentlichen Exportverkäufen blieb hinter dem Vorwochenwert zurück und dämpfte die Aufwärtsdynamik erneut. Sojaöl zeigte sich bei ruhigem Handelsverlauf stabil, während Sojaschrot zwischenzeitlich Gewinne abgab, aber hohe Verkaufszahlen stützten.
Im Canola-Markt traf die Rally der Vorwochen zunehmend auf Gewinnmitnahmen. Farmer nutzten die gestiegenen Preise für Verkäufe, was die Kurse in Winnipeg zeitweise belastete. Dennoch hielten sich die Notierungen stabil. Stützend wirkte das weiterhin freundliche Umfeld an den Ölsaatenmärkten sowie die Hoffnung auf zusätzliche Käufe Chinas nach dem jüngsten Handelsabkommen. Auch Palmöl blieb als Richtungsgeber präsent. In Paris zeigte sich der Rapsmarkt uneinheitlich, legte zur Wochenmitte aber leicht zu, bevor zum Wochenschluss wieder leichte Verluste verbucht wurden.
ZMP Live Expertenmeinung
Die Entwicklung der Sojamärkte zum Jahresausklang war klar bärisch geprägt. Schwache Exportzahlen dominierten das Geschehen und werfen einen Schatten auf die künftige Nachfrage. Selbst kurzfristige Kaufimpulse durch China konnten das Marktumfeld nicht drehen. Der Canola-Markt profitierte kurzzeitig von spekulativem Interesse, bleibt jedoch angesichts guter Versorgungslage anfällig für Rücksetzer. Entscheidend werden frische Exportzahlen und Wetterentwicklungen in Südamerika sein. Eine nachhaltige Kurserholung setzt aber stärkere fundamentale Impulse voraus. Die Lage um den Konflikt im Iran könnte die Situation schnell hin zu steigenden Ölpreisen lenken. Die Zeichen verdichten sich, dass die USA zeitnah militärisch gegen das Regime vorgehen wird.