Am Sojamarkt stand in dieser Woche das mit Spannung erwartete Treffen zwischen den Präsidenten der USA und Chinas im Mittelpunkt. Die zunächst durch Zölle ausgelöste Handelspause zwischen beiden Ländern ließ die Exportzahlen der US-Sojabohne massiv einbrechen. So importierte China bislang keine einzige Tonne aus den USA. Zum Wochenbeginn sorgte die aktuelle Entwicklung daher für Hoffnungsschübe. Trotz enttäuschender Verschiffungszahlen legten die Kurse von Sojabohnen und Sojaschrot am Montag deutlich zu. Diese Entwicklung hielt auch zur Wochenmitte an, getragen von optimistischen Berichten über Fortschritte bei Vorgesprächen auf diplomatischer Ebene. Die Marktteilnehmer setzten darauf, dass Trump und Xi am heutigen Donnerstag zumindest eine symbolische Annäherung erzielen könnten. Tatsächlich verlief das Gipfeltreffen in freundlicher Atmosphäre. Spekulationen über mögliche chinesische Käufe von bis zu 180.000 Tonnen im Vorfeld des Treffens blieben unbestätigt, auch weil der laufende Regierungs-Shutdown in den USA eine Veröffentlichung offizieller Exportdaten verhinderte. Laut Trump wollen die Chinesen künftig Sojabohnen in großen Mengen abnehmen. Das zumindest verkündigte er an Bord der Airforce One.
Im Segment der Ölsaaten entwickelten sich die Rapsmärkte in Kanada und Europa stabil positiv. Unterstützt wurden die Kurse von Spekulationen rund um die APEC-Gespräche, bei denen auch der kanadische Premierminister teilnahm. Analysten erwarten, dass Fortschritte in internationalen Handelsfragen zunehmend Einfluss auf Canola-Futures nehmen werden. Die schwachen Palmölpreise aus Asien wirkten zwar leicht dämpfend auf den Gesamtmarkt, konnten jedoch die feste Tendenz bei Raps nicht brechen.
ZMP Live Expertenmeinung
Der Sojamarkt wurde in dieser Woche stark von geopolitischen Faktoren geprägt. Die Aussicht auf eine Entspannung im Handelskonflikt zwischen den USA und China sorgte für zwischenzeitliche Aufwärtsbewegungen, insbesondere bei Sojaschrot. Solange konkrete Liefervereinbarungen jedoch ausbleiben, bleibt der Markt anfällig für Rückschläge. Die fehlenden offiziellen Exportdaten infolge des US-Shutdowns verstärken die Unsicherheit zusätzlich. Im Rapsmarkt zeigt sich unterdessen eine stabile Aufwärtstendenz, gestützt von internationaler Nachfrage und politischer Aufmerksamkeit auf dem APEC-Gipfel. Sollte es zu konkreten Handelsabkommen kommen, könnte dies dem Ölsaatenkomplex weiteren Auftrieb verleihen, bleibt dies jedoch aus, dürften die Ölsaaten erneut unter Druck geraten.