Sojabohnen verzeichneten am Donnerstag Verluste von 10 bis 17 Cents. Viele Händler sicherten im Vorfeld des Monatsendes ihre Gewinne. Zusätzlich sorgte die Meldung von Trump für eine gedämpfte Stimmung. Am späten Donnerstagnachmittag erklärte der US-Präsident, dass er am Samstag die Zölle in Höhe von 25 % auf Mexiko und Kanada in Kraft setzen werde. Offiziell wurden bsiher von beiden Ländern keine Vergeltungsmaßnahmen angekündigt. Zu China wurde nichts gesagt, obwohl der Präsident erklärte, dass auch dieses Land am Ende einen Zoll zahlen würde. Die Daten des USDA zu den Exportverkäufen zeigten, dass in der am 23. Januar endenden Woche nur 438.002 Tonnen an Sojabohnen für 2024/25 gebucht wurden, was unter die geschätzte Spanne von 0,45 bis 1,7 Mio. Tonnen liegt. Das war ein Drei-Wochen-Tief und ein Rückgang von 70,6 % gegenüber der Vorwoche, aber immer noch deutlich mehr als in der gleichen Woche des letzten Jahres. China war der Käufer von nur 145.300 Tonnen, während Spanien 66.300 Tonnen kaufte. Eine weitere geringe Menge von 4.520 Tonnen wurde für 2025/26 gemeldet, die alle für Japan bestimmt waren. Die Schrotverkäufe lagen am oberen Ende der erwarteten Menge mit 410.300 Tonnen. Die verkauften Mengen für Sojaöl lagen ebenfalls im Rahmen der Erwartungen mit 12.452 Tonnen. Neuste Nachrichten aus Brasilien sorgten zudem in den vergangenen Tagen für Unsicherheit am Markt. In Paraná wurden stärkere Verunreinigungen von Sojaschrot-Exporten festgestellt, in insgesamt 51 Lkw-Ladungen war die Ölsaat durch hohe Anteile von Sand verunreinigt. Nicht eindeutig ist bisher, an wen die Ware gehen sollte. Die EU ist der größte Importeur aus dieser Region. Auch die Meldung aus China vor einigen Tagen dämpfte die Kauflaune. China, Brasiliens wichtigster Sojaabnehmer, hatte die Importe von fünf Lieferanten vorübergehend gestoppt, da Hygienestandards nicht eingehalten wurden.
Die Euronext zeigte sich kurz vor dem Wochenende nicht einheitlich. Während der auslaufende Frontmonat deutlich nachgeben musste, fanden die hinteren Termine keine klare Richtung. Leicht zulegen konnte der folgende Maikontrakt, während die darauffolgenden Termine sowohl marginale Verluste als auch Gewinne verzeichnen konnten.
ZMP Live Expertenmeinung
Trump hält die Agrarmärkte weiter auf Trab. Viele Marktteilnehmer haben eine schnelle Einführung der Zölle nicht erwartet, entsprechend zeigen sich derzeit viele Akteure abwartend und agieren vorsichtig. Bärische Impulse kamen vor allem auch von der Exportfront und sorgen neben den politischen Neuigkeiten zusätzlich für eine gedämpfte Stimmung.