Die Sojabohnen standen in dieser Woche zunächst unter Druck, ehe Gerüchte über eine mögliche Ausweitung der chinesischen Käufe den Markt vorübergehend stützten. Zu Wochenbeginn sorgten Spekulationen über Fortschritte in den Gesprächen zwischen den USA und China für Optimismus, nachdem erneut Hoffnungen auf umfangreiche Importe aus China aufkamen. Bereits zur Wochenmitte überwogen jedoch wieder die belastenden Faktoren. Die Entspannung im Nahen Osten drückte die Rohölpreise und nahm dem Sojakomplex wichtige Unterstützung. Gleichzeitig verbesserten sich die Wetteraussichten in den US Anbaugebieten mit kühleren Temperaturen und erwarteten Niederschlägen. Zwar sorgte die überraschend stärkere Abwertung der Bestandsbewertungen auf gut und ausgezeichnet durch das USDA zeitweise für Stabilisierung, insgesamt konnten sich die Kurse diesem bärischen Umfeld jedoch nicht entziehen. Unterstützung kam weiterhin von Exportmeldungen und privaten Verkäufen nach China, während die wöchentlichen Exportverkäufe der neuen Ernte auf einem weiterhin hohen Niveau lagen.
Auch Canola und Raps standen überwiegend unter Abgabedruck. Nach der zuvor außergewöhnlich starken Rally setzte bei Canola eine deutliche Korrektur ein. Schwache Rohölpreise, technische Verkaufssignale und Sorgen um die Wettbewerbsfähigkeit der kanadischen Exporte belasteten den Markt. Wetterrisiken mit Hitze und regionalen Überschwemmungen in den kanadischen Prärien wirkten zwar stützend, konnten den Abwärtstrend jedoch nicht aufhalten. Der Raps an der Euronext folgte den internationalen Vorgaben und schloss die Woche ebenfalls schwächer.
ZMP Live Expertenmeinung
Die Marktteilnehmer richten ihren Blick weiterhin vor allem auf die Nachfrage aus China sowie auf die Wetterentwicklung in Nordamerika. Sollten sich die Exporthoffnungen konkretisieren, könnte dies den Sojabohnen neue Unterstützung verleihen. Gleichzeitig sprechen die aktuell günstigeren Wetterbedingungen in den USA für eine vorsichtige Haltung der Käufer. Auch die Entwicklung der Rohölpreise bleibt ein wichtiger Einflussfaktor für den gesamten Ölsaatenmarkt. Insgesamt erscheint kurzfristig eine schwankungsanfällige Seitwärtsbewegung mit leichter Abwärtstendenz wahrscheinlicher als eine nachhaltige Erholung.