03.
01.14
Beginnt jetzt der definitive Abstieg der Sojapreise?

Ölsaaten Cockpit, 03.01.2014

Bullish
  • Vorräte an Sojaschrot sind bis in die jüngste Vergangenheit mangelhaft
  • Chinas Nachfrage nach Soja ist im lfd. Wirtschaftsjahr um 7 % gestiegen
  • Die Viehbestände in China werden auch 2014 mit wachsenden Futterbedarf wieder um 2 % zunehmen
  • Mögliche Lieferschwierigkeiten der großen Ernte in Südamerika
  • wieder fallender Eurokurs
Bearish
  • weiterhin gute Aussichten für hohe Sojaernten in Südamerika
  • Infos zur verbesserten Logistik zur Vermarktung der Sojamengen aus Südamerika
  • Absatzprobleme mit US-DDGS drückt auf die Kurse

"Sojaschrot im freien Fall" - titelte eine Börsennachricht

Der  jüngste Preisrutsch im Sojakomplex hat vor allem bei US-Sojaschrot stattgefunden. Wer jedoch glaubt, dass dies in 1. Linie die längst überfällige Kurskorrektur  angesichts der zu erwartenden hohen südamerikanischen Ernten gewesen ist, sieht sich zunächst getäuscht.

Auslöser für den rasanten Kursabfall zu Beginn des neuen Jahres waren die von China zurückgewiesenen Schiffsladungen mit DDGS (getrocknete Maisschlempe). Es wurden Spuren von nicht zugelassenen GMO –Maissorten gefunden.  DDGS fällt bei der Bioethanolherstellung aus Mais an und ist ein preiswerter Mittelproteinträger, der in den Jahren der Boomphase in wachsendem Umfange in Konkurrenz zum Sojaschrot in Erscheinung getreten ist. Der in China steigende Eiweißfuttermittelbedarf  hat zu einem schwunghaften Import geführt.

Die Schiffsladungen werden möglicherweise  in die USA zurückgefahren. Schlimmer ist jedoch, dass zukünftige Ausfuhren be- bzw. verhindert werden, weil eine gesicherte Vermeidung der Sorten-Vermischung in den Bioethanolanlagen  nur in begrenzten Maße  gewährleistet werden kann.

Die Folge ist, dass DDGS vermehrt in den amerikanischen Futtertrögen landet, die US-Sojaschrotnachfrage deutlich nachlässt und die Ware zunehmend im Export untergebracht werden muss. In den nächsten Frühjahrsmonaten trifft diese Entwicklung auf eine wachsende Konkurrenz  aus Südamerika.

Der Kursrutsch bei Sojaschrot ist noch nicht in Europa umgesetzt worden. Das braucht seine Zeit. Darüberhinaus ist  die Währungskursentwicklung zu beachten Der aktuelle Euro-Kurs ist nach seinem Höhenflug auf 1,39 wieder auf dem Weg nach unten. Der Kaufkraftschwund wird mit dem dollarnotierten Preisrückgang verrechnet werden müssen.

Die Rapskurse in Paris haben sich den Vorgaben fallender US-Sojakurse nicht weiter entziehen können.

Druck entsteht auch durch die besseren Aussichten der argentinischen Sojaernte infolge günstiger Niederschlagsentwicklung in der absehbaren Zeit bis Mitte/Ende Januar 2014. Brasilien‘s  Sojabohnen sind weiter auf Rekordkurs.

Beginnt jetzt der definitive Abstieg der Sojapreise?
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ZMP Live Expertenmeinung

Die wider Erwarten hohen Sojaschrotkurse der Vergangenheit haben mit Beginn des neuen Jahres zu einem beachtlichen Rückgang angesetzt. Auslöser sind Absatzprobleme mit US-DDGS in China wegen GMO-Verunreinigungen. Der Rückstau dieses Mittelproteins  findet vor dem Hintergrund einer sich immer deutlich abzeichnenden großen Sojaernte in Südamerika, die in den nächsten Monaten bevorsteht. Zwar sollen logistische Verbesserungen getroffen worden sein, aber die Unsicherheit über die termingerechten Lieferungen bleiben noch immer bestehen.

Der chinesische Importbedarf an Sojabohnen zur Herstellung von Sojaöl für die unmittelbare menschliche Ernährung  und Sojaschrot als Schweine- und Gefügelfutter bleibt ungebrochen. Bevölkerung, Einkommen und Viehbestände Chinas sind auch 2014 weiter auf dem  Vormarsch.

Die Versorgungsbilanz mit Ölsaaten sieht für das Jahr 2014 überdurchschnittlich günstig aus. Die Kurse sowohl für den Marktführer Soja als auch für Raps sind gefallen, bleiben vorerst auf dem Abstiegsast und  haben noch keinen Boden gefunden.

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