04.
10.13
EU will Antidumpingzölle auf Biodieselimporte erhöhen

Ölsaaten Cockpit, 04.10.2013

Bullish
  • Weniger Biodieselimporte schaffen Spielraum für eigenen Biodieselabsatz
  • Raps ist weltweit und in der EU knapp
  • EU ist Rapsimporteur mit rd 3 Mio. t
Bearish
  • Ölsaatenmarkt 2013/14 gilt weltweit als gut versorgt
  • Preisniveau im Ölsaatenmarkt wird von Marktführern Soja und Palmöl bestimmt
  • Rohölkurse liefern keine erkennbaren Preisauftriebsimpulse
  • Ölsaaten sind in weiten Bereichen austauschbar

Führen höhere Importzölle für Biodiesel zu steigenden Rapspreisen?

Die EU-Kommission hat einen Entwurf zur Erhöhung der Einfuhrzölle für Biodiesel aus Argentinien und Indonesien vorbereitet. Die Erhöhung der sog. Antidumpingzölle seit Mai dieses Jahres und ihre endgültige Festlegung müssen bis Ende November 2013 erfolgen.

Argentinien stellt aus Sojaöl Biodiesel her und verkauft die Überhänge im großen Stil nach Europa und in die USA. Dabei werden argentinische Biodieselexporte weniger stark von den Ausfuhrzöllen belastet als die Sojabohnen bzw. Sojaprodukte selbst.  

Indonesien stellt Biodiesel aus sehr preiswertem Palmöl her. Die Biodieselausfuhren gehen u.a. auch nach Europa und unterlaufen das hiesige Preisniveau.

Die von der EU vorgesehenen Importzölle von 215 bis 250 €/t für Argentinien und 120 bis 180 €/t für Indonesien entschärfen zwar das Problem der Billigimporte, reichen aber nach Meinung der European Biodiesel Board (EBB) nicht aus, Billigeinfuhren unter EU-Preisniveau grundsätzlich zu verhindern. Außerdem seien bereits große Einfuhrmengen im Voraus kontrahiert worden.

Wenn der EBB Recht behält, werden die Antidumpingzölle keine großen Auswirkungen auf die europäische Rapspreise ausüben können.

In Argentinien haben die bisherigen EU-Importzölle zu einer starken Verringerung der Sojaverarbeitung beigetragen. Das Koppelprodukt Sojaschrot ist dementsprechend geringer ausgefallen. Die Sojaschrotimporte zur Deckung der europäischen Eiweißlücke stammen u.a. aus GVO-Gründen zu einem beachtlichen Anteil aus Argentinien. Ein Verknappungs- und Verteuerungseffekt für dieses Futtermittel ist nicht auszuschließen.

Der Absatz von europäischem Raps zur Herstellung von Biodiesel hat mit rd. 60 % zwar einen beachtlichen Anteil, aber das grundlegende Preisniveau für Raps wird von den beiden Marktführern Soja mit zwei Drittel und Palmöl mit einem Drittel Marktanteil bestimmt. Hohe Rohölpreise weit über der 100 $ je Barrel-Marke hätte ebenfalls einen starken Einfluß, das gegenwärtige Niveau von 100 $ je Barrel nicht.

Das Ziel der EU-Maßnahmen ist auch nicht die Rapspreise zu erhöhen, sondern das Unterlaufen der europäischen Subventionierung und Quotierung der Biodieselherstellung durch billige Drittlandimporte zu unterbinden.

EU will Antidumpingzölle auf Biodieselimporte erhöhen
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ZMP Live Expertenmeinung

Die jüngere Entwicklung des Biokraftstoffverbrauchs hat an Schwung verloren. Billigimporte an Biodiesel verstärken den Druck auf die einheimische Industrie, die durch Zwangsbeimischungen gebunden ist. Höhere Subventionen sollen jedoch vermieden werden. Die Erhöhung der Antidumpingzölle auf Biodiesel dient mehr der Absicherung der politisch gewollten Biodieselverwendung.  Wenn überhaupt eine Preiswirkung erzielt wird, dann auf der Ebene einer Stabilisierung, für preissteigernde Auswirkungen reichen die Maßnahmen nicht aus.

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