06.
09.13
Ölsaatenkurse auf höherem Niveau stabil?

Ölsaaten Cockpit, 06.09.2013

Bullish
  • geringe Anschlussversorgung in den USA
  • Reduzierung der hohen Erwartungen einer US-Rekordsojaernte auf Durchschnittsmaß
  • weltweite knappe Rapsversorgung
  • starke Nachfrage aus China
  • Syrienkrise mit Folgen für steigende Rohölpreise und Rohstoffkurse für Biokraftstoffe
  • Ertragsrisiken infolge Wetterphänomenen in Südamerika
Bearish
  • grundsätzlich gute Versorgungslage 2013/14 in der Ölsaatenbranche
  • hohe südamerikanische Sojaernten in Aussicht
  • Preisrelation Sojabohne zu Mais weit über Neutralwert von 2,5 zu 1 führt zu verstärkten Sojaanbau
  • Nachlassende Nachfrage

Die Wettermeldungen in den USA beherrschen die Kursentwicklung zunächst für den Sojakomplex, dann aber auch für den Raps.

Die US-Sojabohnen sind als Marktführer in der Ölsaatenbranche in einer sensiblen Entwicklungsphase. Die bisher niederschlagsarme Zeit hat die Beurteilung der Bestände unter den 10-Jahres-Mittelwert gedrückt. Die ursprüngliche Ernteerwartung ist in den USA von weit über 90 Mio. t auf 85 Mio. t geschrumpft. Es gibt sogar Schätzungen unter 80 Mio. t. Allerdings sollte man darauf verweisen, dass die Bestandsbeurteilungen vom miserablen Vorjahr noch ein gutes Stück entfernt liegen; das Vorjahr hat schließlich doch 84 Mio. t gebracht. 

Nach dem rasanten Kursanstieg im Laufe der letzten 3 Wochen scheint erst mal ein Plateau erreicht zu sein, das weitere Steigerungen nicht mehr glaubwürdig erscheinen lassen. Die Relationen bzw. Abstände zu früheren Erfahrungswerten geraten sonst aus den Fugen. Die Wetteraussichten der nächsten Wochen deuten auf weitere regenarme Zeiten hin, nur vereinzelte schwache Schauer erreichen zum Wochenwechsel  ca. 50% der Sojaanbauflächen.

Die Rapskurse konnten sich dem Zugzwang der Sojakurse nicht entziehen und machten in moderater Form die Auf und Ab-Bewegungen mit.

Die grundsätzlich gute globale Versorgungslage 2013/14 im Ölsaatensektor lässt kaum Befürchtungen aufkommen, dass die Preise über lange Zeit in extreme Höhen abwandern werden. Allerdings stehen noch einige Ernterisiken beim südamerikanischen Sojaanbau bevor. Auch die Syrienkrise könnte für vorübergehende Turbulenzen auf dem Rohölmarkt mit Folgen für die Kurse für pflanzliche Öle sorgen, die als Grundlage für Biokraftstoffe dienen.

Das Thema Preissenkungen ist erst mal kein vorrangiges Thema, könnte aber bei einer zu erwartenden hohen südamerikanischen Sojaernte wieder aufkommen. Das sehr günstige Verhältnis der Sojabohnen zum Maispreis dürfte nach alter Marktregel zu einer kräftigen Ausweitung der Sojaflächen führen, wobei die Flächenerträge immer noch einen Unsicherheitsfaktor darstellen. Die Indikatoren für das Wetterphänomen „La Nina“ sind alle noch neutral.

Ölsaatenkurse auf höherem Niveau stabil?
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ZMP Live Expertenmeinung

Trotz einer grundsätzlich günstigen Einschätzung der Versorgungslage des globalen Ölsaatensektors sind vorübergehende Engpässe nicht auszuschließen. Aktuelle bewirken die ungünstigen Wetterverhältnisse bei den US-Sojabohnen eine erhebliche Abstufung der Ernteerwartungen. Allerdings sind die südamerikanischen Überhangvorräte beachtlich und die Aussichten auf die neue Sojaernte in Südamerika sind sehr vielversprechend. Kritsich sind jedoch noch die Flächenerträge zu beurteilen. Die Syrienkrise könnte ebenfalls noch zu vorübergehenden Verwerfungen beitragen. Auf mittlere Sicht läßt sich jedoch zurzeit keine extremen Preisentwicklungen begründen.

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