07.
02.14
Raps und Sojapreise gestiegen – warum – wie lange oder wie kurz

Ölsaaten Cockpit, 07.02.2014

Bullish
  • Witterungsbedingte Logistikschwierigkeiten
  • begrenzte Ausgangsversorgung
  • geringe Reservelagerung
  • hohes Sicherheitshandeln Chinas
  • Rückhaltung argentinischer Verkäufe
Bearish
  • anuf absehbare gute bis überdurchschnittliche Versorgungslage 2014/15
  • immer noch Rekordernteerwartungen in Südamerika

Vorübergehende Engpässe im Ölsaatensektor - mittelfristig ausreichende Versorgung

Der weltweite Ölsaatenmarkt erreicht im Jahre 2014 seinen bisherigen Höchststand von über 500 Mio. t. Es ist das zweite Jahr in Folge mit weit überdurchschnittlichen Wachstumsraten, Der Verbrauch soll den Hochrechnungen zufolge  diesen Zuwachs nicht auffangen können. Man rechnet mit beachtliche steigenden Endbeständen und einer weit überdurchschnittlichen Versorgungslage im Mittel des Jahres. Allerdings stehen die großen südamerikanischen Sojaernten noch aus, aber kurz bevor.

Darüberhinaus wird die Palmölernte häufig aus dem Blickwinkel verloren. Palmöl erreicht etwa ein drittel der Welternte mit pflanzlichen Ölen. Fast gleichauf liegt das Sojaöl. Mit rd. 25 % ist Rapsöl beteiligt.  Aufgrund der hohen Flächenproduktivität von 4.500 bis 6.000 kg Öl je Hektar ist Palmöl um das dreifache leistungsfähiger als Raps mit 1.500  bis 2.000 kg Pflanzenöl auf der gleichen Fläche. Einmal angepflanzt können die Palmölpflanzen bis zu 40 Jahre genutzt werden. Das macht Palmöl konkurrenzlos preiswert.

Die Anpflanzungen in den zurückliegenden 5 bis 10 Jahren kommen erst jetzt zum Höhepunkt ihres Leistungspotenzials. Die Ergebnisse zeigen sich in hohen Lagerbeständen in Malaysia und Indonesien, die etwa den Umfang der Ernte entsprechen. Die Palmölpreise liegen auf vergleichsweise niedrigem Niveau und halten die übrigen Ölpreise in Schach.

Warum steigen dann die Raps- und Sojakurse Anfang Febr. 2014? Eine Antwort ist schon gegeben: die jahresdurchschnittliche erwartet gute Versorgungslage ist nicht der Grund. Also müssen die preistreibenden Impulse aus der aktuellen Marktlage heraus geboren sein, die von der kommenden sich noch deutlich unterscheidet.

In den USA ist es die zweite große Kältewelle, die verhindert, dass Sojabohnen im notwendigen Umfange aus den Landlägern in die Ölmühlen transportiert werden, Vereiste und schneeverwehte Straßen halten die Trucker zurück. Die wenig greifbare Ware insbesondere im Schrotsektor bewirkt Engpässe mit steigenden Preisen.

Ebenfalls wirken sich die Kaufoptionen der Chinesen auf den Preis aus. Die Erwartung, dass China mit heranrückender Südamerika-Ernte die Kaufoptionen stornieren wird und stattdessen die billigen Bohnen in Brasilien und Argentinien unter Vertrag nimmt, ist bisher nicht eingetreten. Die Chinesen sind sowohl in Nord- wie in Südamerika beim Einkauf aktiv.

Preistreibend wirken auch Meldungen über weniger optimale Witterungsentwicklungen in Südamerika. In Teilen Brasiliens (Mato Grosso) regnet es zu viel, so dass der Erntevorgang unterbrochen werden muß. In anderen Teilen befürchtet man bei nachlassenden Niederschlägen und hohen Temperaturen über 30 Grad Ernteminderungen. Die Befürchtungen sind in Argentinien noch grösser und eher berechtigt.

Dennoch hält man an einer Rekordernteschätzung fest, aber mit einem wachsenden Risikopotenzial. Das treibt im Augenblick die Kurse an den Börsen in die Höhe.

Das Wetter wird sich in den nächsten 14 Tagen bis 3 Wochen deutlich verändern und mit fortschreitender Wachstumsentwicklung werden die Risiken überschaubarer werden und die risikoausgleichenden Preisaufschläge abschmelzen.

Zurzeit spricht alles dafür, dass die aktuellen Preissteigerungen von vorübergehender Natur sein werden.

Raps und Sojapreise gestiegen – warum – wie lange oder wie kurz
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ZMP Live Expertenmeinung

Die aktuelle Lage auf dem Ölsaatenmakrt unterscheidet sich deutlich von der Beurteilung der Versorgung im weiteren Verlauf des Jahres 2014. Die eigentlich preisberuhigende hohe Ernte im Herbst in den USA wird zurzeit durch eine preistreibende Kältewelle und ein starkes chinesisches Kaufverhalten ausgeglichen. Die hohen Erwartungen an die südamerikansichen Rekordernten bleibenzwar  erhalten, allerdings steigen vor Toresschluß die Sorgen, dass die hochgesteckten Ziele  kurz vor ihrem Ende noch Schaden nehmen können.  Eine gestiegene Risikospannung  treibt die Kurse hoch.  Ob berechtigt oder nicht, wird man erst im Nachhinein beurteilen können. Typisches Börsenverhalten!

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