07.
03.14
Steigende Rapskurse - nachgebende Sojaschrotkurse

Ölsaaten Cockpit, 07.03.2014

Bullish
  • Spannungen um den Ukraine-Konflikt
  • Verknappungen im US-Sojamarkt
  • Abstufungen der südamerikanischen Sojaernten
  • Niederschlagsarmut in Palmöl-Anbaugebieten
  • anhaltende Nachfrage aus China
Bearish
  • Trotz Abstufung weiterhin Rekordernten im Sojabereich
  • Steigender Eurokurs

Spannungen um den Ukraine-Konflikt treiben Rapskurse – Sojaschrot schert aus

Die jüngsten Entwicklungen um die politische und finanzielle Instabilität in der Ukraine haben auch auf den Agrarmärkten Spuren hinterlassen. Kräftige Zeichen wurden beim Mais und Weizen gesetzt. Das ist nicht weiter verwunderlich, denn das Schwarzmeergebiet ist der weltweit zweitgrößte Exporteur von Getreide in Normaljahren.

Zwar liefert die Ukraine auch Ölsaaten wie Raps und Sonnenblumen, allerdings in einem weitaus geringeren Umfang als Getreide. Dennoch ist die Ukraine für die EU von Bedeutung, weil in der EU zugelassene GVO-freie Rapssorten  hier bezogen werden können. Eine potenzielle Verknappung von Rapssaat hat sicherlich mit dazu beigetragen, die Rapskurse wieder über die Grenze von 400 €/t schießen zu lassen.

Allerdings reicht der Ukraine-Effekt allein nicht aus, um die jüngste Preisentwicklung erklären zu können. Schließlich wirkt auf dem Ölsaatensektor die Sojabohne als Marktführer, die das grundsätzliche Kursniveau bestimmt.  Tatsächlich sind die Sojabohnenkurse in den USA auf ein überraschend hohes Niveau geklettert, obwohl in der Erwartung hoher südamerikanischer Sojaernten mit einer fallenden Entwicklung gerechnet werden konnte. Die Erklärungen für die anders gelaufenen Kurse bestehen einmal darin, dass in den USA die alte Ernte 2013 durch ständige Exporte - zumeist nach China - vor dem Ausverkauf steht. Man hatte damit gerechnet, dass mit Einsetzen der brasilianischen Ernte Mitte Febr. 2014 die Chinesen ihre Kaufoptionen stornieren bzw. in den Herbst 2014 verlagern und auf die billigeren Sojabohnen aus Brasilien umschwenken würden. Angesichts der Ernte- und Transportschwierigkeiten unter dem Eindruck ergiebiger Regenfälle hat dieser Wechsel nur begrenzt  stattgefunden.

Die Marktlage wurde dadurch verschärft, dass die südamerikanischen Ernten in jüngerer Zeit immer weiter heruntergeschätzt wurden, weil in Brasilien zu viel Regen die Ernteergebnisse beeinträchtigt und in Argentinien zu wenig Niederschläge für eine Rekordernte gefallen sind.

Obwohl die jüngsten Schätzungen immer noch von Rekordernten ausgehen, wird die früher überreichlich gesehene Versorgungslage im Ölsaatensektor  mit gemäßigteren Tönen beleuchtet.  

Der entscheidende Anstoß für den ölwertbetonten Raps kommt jedoch vom 2. Marktführer Palmöl im Bereich der pflanzlichen Öle. Nach dem Abbau der hohen Lagerbestände größer als eine Gesamternte macht sich jetzt die Niederschlagsarmut in den Anbaugebieten in Malaysia und Indonesien bemerkbar. Entsprechend haben die Palmölkurse mit einem Anstieg zwischen 12 bis 15 % reagiert. Damit bekommt der Raps bei der Weiterverarbeitung zu Rapsöl kräftigen Auftrieb der in den Kurssteigerungen für den Raps zu beobachten war.  

Allerdings sollte die Euphorie in Sachen Rapspreise nicht zu hoch  ausfallen, denn die späteren Terminkurse in Richtung Ernte 2014 tendieren auf dem Niveau von 380 € je t.

Die in jüngster Zeit nachgebenden Sojaschrotkurse haben im Wesentlichen 2 Ursachen. Zum einen wird dollarnotiertes Sojaschrot in den USA bereits etwas niedriger gehandelt und zum anderen ist durch den gestiegenen Eurokurs die Kaufkraft gestiegen, so dass der Preisrückgang zusätzlich verstärkt wurde.  

Steigende Rapskurse - nachgebende Sojaschrotkurse
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ZMP Live Expertenmeinung

Rapspreise sind im Zuge der Ukraine-Krise mitgezogen worden. Wichtiger sind jedoch die Kursententwicklungen bei den beiden Marktführern Sojabohne und Palmöl. Ausverkaufstimmung bei Soja in den USA und niedrigere Ernteschätzungen in Südamerika haben bisher einen  Preisrückgang verhindert. Ernte- und Transportproblem in  Brasilien tragen ebenfalls dazu bei. Zu wenig Niederschlag in den Palmölregionen Malaysia und Indonesien reduzieren die Lagerbestände und steigern die Kurse.

Die hinteren Terminkurse weisen darauf hin , dass der jetzige Kursanstieg nicht auf Dauer eingeschätzt wird.  Trotz Abstufungen bleiben immer noch Rekordernteerwartungen übrig.

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