07.
05.14
Beginnende Kurswende auf dem Ölsaatenmarkt?

Ölsaaten Cockpit, 07.05.2014

Bullish
  • wetterbedingte Produktions- und Ernterisiken
  • Sofort- und Nachholbedarf in den vorderen Terminen
Bearish
  • Erwartungen einer Rekordernte auf dem Ölsaatenmarkt 2014/15
  • Chinas Bedarf vorerst gesättigt, Sojaschrotnachfrage wegen fallender Geflügelhaltung gedämpft.
 

Mai 14

Aug 14

Okt 14

Dez 14

Palmöl (in $/mt) Chicago

800

786

784

784

Raps (in € je mt)    Paris

400

354

-

Nov.-14:   357

Sojaschrot (in €/mt) Chicago

387

360

312

310

Höhepunkt der Ölsaatenpreise 2014 überschritten – Soja- und Palmölkurse geben Richtung und Ausmaß vor

Nach wiederholten Anläufen einer Preiskorrektur auf dem Ölsaatenmarkt angesichts der Rekordernten im Jahre 2014 zeichnet sich aktuell eine Preisabwärtsentwicklung ab.

Der bisherige Bremsfaktor des überverkauften US-Sojamarktes verliert an Kraft. Sojabohnen- und Sojaschroteinfuhren aus Brasilien bringen Entlastung in die angespannte Versorgungslage. Zunehmende Stornierungen der Exporte nach China steuern ebenfalls dazu bei. Chinas befristeter Importstopp angesichts übervoller Läger wird als Signalwirkung verstanden. Und nicht zuletzt bekommen die spekulativen Lagerhalter kalte Füße und bringen ihre gehorteten Mengen an den Markt. Das wachsende preiswerte Angebot aus Brasilien und Argentinien übernimmt das Kommando am Preisruder.

In den Palmölsektor als zweiter wichtigster Bestimmungsfaktor kommt ebenfalls Bewegung.  Die bisher gefallene Erzeugung zeigt nach dem Saisontief unerwartet hohe Wachstumsschritte nach oben. Der Export jedoch nimmt infolge der wirtschaftsbedingten nachlassenden Nachfrage - speziell aus China und Indien - deutlich ab. Die Folgen sind wachsende Vorratsbestände in den wichtigsten Produktionsgebieten Malaysia und Indonesien, die für 90 % der Welterzeugung zuständig sind.  Die Kurse haben bereits eine erhebliche Talfahrt von ihrer Höchstmarke knapp unter 900 $  hinter sich. Die 800 $ je t Grenze wird in den Sommermonaten ohne Probleme nach unten durchbrochen. Das Wetterphänomen El Nino wird von den australischen Meteorologen mit einer 70 % -igen Wahrscheinlichkeit angekündigt. Malaysia und Indonesien werden betroffen sein. Allerdings ist das Ausmaß möglicher Beinträchtigungen nicht vorhersehbar.

Dennoch sollte man nicht auf eine erdrutschartige Korrektur der Kurse hoffen, denn die Knappheit auf dem US-Markt wird zwar gelindert, aber bis zur neuen Ernte im Sept/Okt 2014 nicht behoben. Darüberhinaus bleiben die bekannten Unsicherheiten bezüglich der Lieferungen aus den südamerikanischen Verladestationen. Die erwartet große US-Sojaernte beinhaltet noch etliche Risiken, bei einer aktuell befürchteten verzögerten Aussaat beginnend bis zur entscheidenden Ertragsbildungsphase im August 2014. Die aufgeschlagenen Risikoprämien in den vorderen Kursen haben durchaus noch ihre Berechtigung.

Andererseits ist ein beachtlicher Preisrückgang an den hinteren Terminkursen abzulesen. Größenordnung von minus 50 $ je t gegenüber den Maikursen sind eindeutige Signale für die Markterwartungen im Falle von Raps und Sojaschrot.

Beginnende Kurswende auf dem Ölsaatenmarkt?
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ZMP Live Expertenmeinung

Die treibenden angebotsbedingten Kräfte aus dem Soja- und Palmölsektor steuern die zukünftigen Ölsaatenkurse eindeutig nach unten. Der starke Nachfragesog aus China hat etwas nachgelassen. Gründe sind das geringere Wirtschaftswachstum und die reduzierte Geflügelhaltung aus Angst vor der gefährlichen H7N9-Virusinfektion. Die Rapskurse passen sich den Vorgaben der beiden Marktführer Soja und Palmöl an.

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