07.
06.14
Rapspreise stark gefallen

Ölsaaten Cockpit, 07.06.2014

Bullish
  • Ausstehende Ernterisiken
  • Wetterphänomen El Nino
Bearish
  • Überdurchschnittliche Ölsaatenernte auf Weltebene
  • Weniger stark steigende Nachfrage - vor allem aus China
  • hohe Vorratsbestände im Ölsaatensektor

Rapspreise auf Talfahrt – wie lange noch?

Nach der Umstellung im April 2014 auf die neue Ernte hat der Rückgang der Rapskurse einen Zwischenstopp eingelegt. An der Pariser Börse pendelten die Notierungen über den ganzen Mai hinweg zwischen  380 und 390 € je t. Zum Monatswechsel auf den Juni-2014 haben die Preise wieder Fahrt nach unten aufgenommen. Die Pariser Börse notierte erstmals unter 380 € je t und am Mittellandkanal bewegten sich die Kurse unter der 350 € je t Marke.

Für die jüngste Entwicklung sind mehrere Ursachen herauszustellen. Den Größten Einfluss auf die nachgebenden Rapspreise haben die stark gefallenen Palmölkurse ausgeübt. Die Preise in Malaysia sind ab Mitte Mai innerhalb von 14 Tagen von einem Niveau von 800 $ je t auf unter 750 $ je t  gesunken. Der Grund besteht in einer saisonal wieder steigenden Produktion bei gleichzeitig fallendem Export, so dass die Vorratsbestände wieder über das Niveau einer ganzen Ernte gestiegen sind. Im Vorjahr lagen die Bestände bei 150% der Erzeugung.

Die Aussichten auf eine reichliche Sojaernte 2014 verdichten sich immer mehr und drücken auf die hinteren Liefertermine dieses Jahres. Der Preisabschlag zu den aktuellen Kursen beträgt rd. 80 $ je t. Dennoch bewegen sich die aktuellen Sojakurse auf hohem Niveau infolge der Engpassversorgung in den USA. Insoweit wirken die Sojamärkte vorerst nur indirekt auf die Rapspreise.

In Europa wächst eine überdurchschnittliche Rapsernte mit einem frühen Druschtermin heran. Es ist davon auszugehen, dass in Verbindung mit einer frühen Getreideernte der übliche Erntedruck auftreten wird. Dennoch bleibt die EU mit Raps unterversorgt. Der Importbedarf wird auf rd. 3 Mio. t zu veranschlagen sein.

Die weltweite Rapserzeugung soll 2014 um rd. 2 Mio. t niedriger ausfallen. Der Grund besteht im Wesentlichen in einer niedrigeren kanadischen Canola-Ernte nach dem Rekordergebnis im Vorjahr. Für das laufende Jahr haben die kanadischen Farmer weniger Raps ausgesät. Die Ernteschätzungen laufen auf einen knappen Durchschnittswert hinaus.

Über allem hängt jedoch noch das Damoklesschwert eines El Nino-Wetters im Pazifischen Ozean. Je nach Ausprägung können dort in der 2. Jahreshälfte Niederschlagsdefizite auftreten, die insbesondere Australien und den übrigen südostasiatischen Raum einschl. Malaysia und Indonesien betreffen können. Die Palmerzeugung könnte spürbar zurückgehen. In Südamerika treten vorwiegend hohe Niederschläge auf, die nachteilig sein können. In Nordamerika ist es etwas kühler als gewöhnlich bei durchschnittlichen Niederschlagsverhältnissen. Aber:  Jede El Nino-Phase verläuft immer etwas anders.

Trotz der Unsicherheiten bleibt der vorherrschende Tenor eines überdurchschnittlich versorgten Ölsaatenmarktes 2014/15 mit niedrigen Preisaussichten.

Rapspreise stark gefallen
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ZMP Live Expertenmeinung

Die sich festigenden Aussichten auf eine überdurchschnittlich hohe Ölsaatenernte 2014/15 drückt auf die Preise. Noch ist der Druck aus dem Sojakomplex verhalten, dafür wirkt der Einfluss aus dem Palmölbereich umso stärker. In der 2 Jahreshälfte könnten sich die Verhältnisse umkehren. Die hohen Sojaernten könnten zu stärkeren Preisdruck beitragen und möglicherweise ein EL Nino-Wetter Entlastung im Palmölsektor bringen.  Trotz aller Unsicherheiten bleiben die Perspektiven auf Niedrigpreisniveau ausgerichtet.  

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