10.
04.14
Ölsaatenpreise auf Korrekturkurs

Ölsaaten Cockpit, 10.04.2014

Bullish
  • enge Versorgungslage für die vorderen Termine
  • logistische Probleme
  • Anbau- und Ernterisiken stehen teilweise noch bevor
Bearish
  • Erwartung hoher Ernten
  • steigende Vorratsbestände

Terminkurse für Raps und Sojaschrot

  Mai 14 Jul 14 Aug 14 Okt 14 NovDez 14
Raps, Paris (€/t)

414,50

-

371,25

-

371,25

Sojaschrot Chicago ( €/t)

385,17

376,78

351,61

306,95

304,60

Ungewöhnlich hohe Hamstereffekte im Sojakomplex

Die US- Sojabohnenaussaat  beginnt erst in den nächsten Wochen, aber schon jetzt Mitte April sind bereits 7 Mio. t mit Stand Ende März 2014 im Vorverkauf unter Vertrag genommen worden. Im Falle von Sojaschrot sollen bereits 1,2 Mio. t aus neuer Ernte fest verkauft sein. Das ist die 10 fache Menge im Vergleich zu den drei vorhergehenden Jahren. Vorverkäufe in dieser Größenordnung werden üblicherweise erst um den Monatswechsel Juli/August erwartet.

Die exportorientierte USA ist über den ganzen Sommer hinweg bis zur neuen eigenen Ernte auf Sojaeinfuhren aus Südamerika angewiesen. Die Schätzungen haben sich gegenüber den Vorjahren um das Doppelte  auf etwa 1,8 Mio. t erhöht.

Zusätzlich werden die Versorgungsängste durch einen schleppenden Export aus Argentinien und einer Bevorzugung der brasilianischen  Bohnenausfuhr gegenüber den Sojaschrotexporten  geschürt.

Offensichtlich bestehen auf der Nachfrageseite große Befürchtungen, dass trotz aller Vorhersagen über hohe Ernteergebnisse die Liefermengen nicht ausreichend groß und/oder nicht termingerecht beschafft werden können. Die schlechten Erfahrungen aus dem Vorjahr wirken nach.

Die globale Sojaernte 2013/14 wird weiterhin auf Rekordniveau von 284 Mio. t (Vorjahr 268 Mio. t) geschätzt.  Allein die 3 Anbaugebiete USA (Herbst 13: 89,5 Mio. t), Brasilien (87,5 Mio. t) und Argentinien (54 Mio. t) bestreiten mehr als 80 % der weltweiten Erzeugung. Diese Ernten sind zum weit überwiegenden Teil bereits eingebracht. Trotz Verbrauchssteigerung sollen die Vorratsbestände am Ende des Wirtschaftsjahres im Sept 2014 um 11 Mio. t bzw. knapp 20 % aufgestockt werden.  

Die gesamte Ölsaatenernte 2013/14 wird weiterhin auf Rekordniveau von rd. 505 Mio. t (Vorjahr 475 Mio. t) geschätzt. Auch in diesem Fall werden die Endbestände um mehr als 20 % vergrößert werden.  Für die bevorstehende Zeit kann nach den Markteinschätzungen von einer überdurchschnittlichen Versorgungslage ausgegangen werden.  Allerdings besteht noch ein Anbau- und Ernterisiko bei den US-Sojabohnen. Die Soja-Anbauflächen sollen zwar erheblich zu Lasten des Maises vergrößert werden, aber es bleibt immer noch das Ertragsrisiko, dass maßgeblich im August entschieden wird.

Ein weiteres Risiko könnte durch das „El Nino“ Wetterphänomen im südostasiatischen Raum mit zu geringen Niederschlägen für die Palmölerzeugung auftreten. Allerdings sind die Anzeichen erst gering. Die Hauptwirkung wird außerdem mit dem Jahreswechsel 2014/15 erwartet.

Für den Ölschrotsektor wird mit einer weltweiten Steigerung der Erzeugung um 12 Mio. t gerechnet. Dem steht eine Verbrauchszunahme von knapp 10 Mio. t gegenüber, so dass eine leichte Bestandsverbesserung von 12 % errechnet werden kann.

Der Rapsmarkt wird geprägt durch hohe Überhangbestände von kanadischen Canola aus der der Ernte 2013, die im Winter 2013/14 eingeschneit waren. Die jetzt anlaufenden Exporte werden in wachsendem Umfange auf den Markt kommen. In Verbindung mit steigender Sojavermarktung aus Südamerika sollte auf dem Ölsaatenmarkt  in absehbarer Zeit ein ausreichendes Angebot zur Verfügung stehen. Die europäische Rapsernte wird unter Vorbehalt ausreichender Niederschläge in der kommenden Ertragsbildungsphase immer noch hoch gehandelt. Auf Weltebene geht man ebenfalls von hohen Ernten aus. Allerdings stehen die entscheidenden Ertragsbildungsphasen immer noch bevor.

Die Rapspreise sind nach ihrem letzten Höhenflug für den Aug-14 Termin an der Pariser Börse wieder kräftig auf 37 €/dt gefallen. Sojaschrot liegt für den Okt.-14-Termin rd. 8 € je dt unter den Werten für den Mai 2014-Termin.

Ölsaatenpreise auf Korrekturkurs
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ZMP Live Expertenmeinung

Der Ölsaatenmarkt wird wesentlich durch den Sojamarkt geprägt. Vor allem im Schrotsektor bestehen kurzfristige Lieferengpässe, die die Anschlußversorgung an die neue Ernten auf eine harte Preisprobe stellen. Dennoch deuten die Schätzungen auf eine überdurchschnittliche Versorgungslage spätestens in der 2 Jahreshälfte hin. Die Börsenkurse in den hinteren Terminen gehen von deutlichen Preisminderungen aus. Erfreulich für Sojaschroteinkäufer, weniger für Rapsverkäufer der neuen Ernte.

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