11.
01.14
USDA-Bericht: Rapskurse nachgebend, Sojaschrotpreise labil

Ölsaaten Cockpit, 11.01.2014

Bullish
  • Vorerst knappe Versorgungslage im Ölschrotbereich
  • anhaltende Nachfrage aus China
Bearish
  • große Ölsaatenernten im Verlauf von 2014 erwartet
  • Palmölkurse erneut wieder schwächer

Ölsaatenbericht des USDA sorgte für vorübergehende Verunsicherung – Sojaschrot nach heftigen Kurssprung wieder gefallen - Rapskurse geben nach

Die Jan-2014-Schätzung des USDA für Ölsaaten kommt im Ergebnis auf eine höhere als bisher angenommene globale Produktionssteigerung deutlich oberhalb der 505 Mio. t Grenze. Den wesentlichen Beitrag liefern die Sojabohnen mit 286 Mio. t mit rd. 56 %. Rapssaat steuert  mit 70 Mio. t nur zu 14 %  zum Ergebnis bei. Sonnenblumen, Erdnüsse und Baumwollsaat liefern jeweils um die 8 %.

Der Produktionszuwachs im Jahre 2013/14 übersteigt die Verbrauchszunahme, so dass mit einer erheblichen Aufstockung der Endbestände um rd. 15 Mio. t weltweit gerechnet wird. Davon entfallen allein für die Sojabohne rd. 12 Mio. t.  Diese günstige Einschätzung der Versorgungslage sollte eigentlich Anlaß genug sein, die Preise unter Druck zu setzen. Das findet auch im Komplex der pflanzlichen Öle statt, allen voran bei den wieder stark abgefallenen Palmölkursen als Marktführer.  Aber auch der ölbetonte Rapspreis wird in Mitleidenschaft gezogen. Die Pariser Notierungen sind den Vorgaben aus USA und Kanada gefolgt.

Allerdings tun sich die Kurse im Schrotbereich im vorderen Terminbereich schwer mit einer Anpassung nach unten. Der wesentliche Grund besteht darin, dass das hohe Angebot im Wesentlichen von den noch ausstehenden Sojaernten in Südamerika getragen wird. Zwar ist in Brasilien mit den ersten Frühdruschflächen begonnen worden, aber die Haupternte steht erst im Febr./März an. Bis zur ersten Verarbeitung und der Lieferung von Sojaschrot nach Europa besteht weiterhin ein Engpass für greifbare Ware, so dass die Preise zwar keine großen Höhenflüge mehr unternehmen, aber infolge der knappen Verfügbarkeit noch recht stabil bleiben.

 Erst für die hinteren Termine ab März/Mai 2014 wird mit deutlich nachgebenden Kursen gerechnet. Die Ernteschätzungen sprechen eine deutliche Sprache: Die Herbsternte der US-Sojabohnen ist nochmal höher auf 89,5 Mio. t (Vorjahr 82,5 Mio. t) geschätzt worden. Für die Frühjahrsmonate rechnet das USDA in Brasilien mit 89 Mio. t (Vorjahr 82 Mio. t). Brasilianische Marktexperten  haben mit Hinweis auf die bisher guten Druschergebnisse und den günstigen Witterungsverlauf Schätzungen in Höhe von 95 Mio. t verlautbaren lassen. Kritischer wird die Sojaernte in Argentinien mit wechselhaften, aber häufig trocken-heissen Wetterphasen begutachtet, das USDA geht von 54,5 Mio. t (Vorjahr 49,3 Mio. t) aus.

Die Erfahrungen des vergangenen Jahres sitzen noch tief. Trotz hoher Ernteerwartungen gaben die Preise nicht nach, weil einerseits die Lieferungen wegen Streiks und bewußter Verkaufszurückhaltung ausblieben  und andererseits auf Verbrauchsseite keine großen Anstrengungen zur Vorratshaltung unternommen wurden. Die Voraussetzungen für eine solche Marktentwicklung sind in diesem Jahr zwar etwas anders, aber nicht grundverschieden.

Für die Herbsternte 2014 geht man in den USA aufgrund des immer noch günstigen Soja-Mais-Preisverhältnisses von einer Vergrößerung der Sojafläche aus. Darauf lassen bereits jetzt die Saatgutbestellungen der US-Farmer schließen.

Für den Rapsmarkt bleibt die gedrückte Einstellung der Börsenkurse bis weit in die hinteren Liefertermine bestehen.

USDA-Bericht: Rapskurse nachgebend, Sojaschrotpreise labil
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ZMP Live Expertenmeinung

Die jüngsten Schätzungen des USDA haben die bisherigen Marktbeurteilungen nochmal unterstrichen. Die Ölsaatenernte wird noch höher geschätzt als bisher. Die Versorgungslage verbessert sich beträchtlich mit einem weiter kräftigen Aufbau der Vorratsbestände.

Bis auf den bereits seit Wochen nachgebenden Rapskursen bewegen sich die  Sojaschrotkurse in den vorderen Terminen noch vergleichsweise  mäßig nach unten. Erst die fallenden hinteren Terminkurse spiegeln  ansatzweise die hohen Ernte- und Versorgungserwartungen wider.  

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