12.
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Haben die Sojapreise ihren Höhepunkt überschritten?

Ölsaaten Cockpit, 12.12.2013

Bullish
  • Starke Nachfrage nach Sojaschrot aus Europa
  • Starke Nachfrage nach Sojabohnen aus China
  • knappe Vorratsbestände
  • verhaltene Abgabebereitschaft der Verkäufer
  • noch offene Ertrags- und Ernterisiken
Bearish
  • sehr günstiges Soja-Mais-Preisverhältnis
  • Hohe Erwartungen an das bevorstehende Rekordangebot aus Südamerika
  • günstige Perspektiven für den US-Sojaanbau
  • erheblich verbesserte Versorgungslage 2014
  • starker Bestandsaufbau
  • starker Eurokurs

Verbesserte Aussichten auf die Versorgungslage bei Ölsaaten

Die nochmals erhöhte Einschätzung der Ölsaaten- und speziell Sojabohnenerzeugung 2013/14 des USDA  am 10. Dez. 2013 hat erst mit zeitlicher Verzögerung zu einer Kurskorrektur nach unten geführt. Der nachhaltige Preisdruck vom kanadischen Rapsmarkt sowie die unaufhaltsam kommende große Sojaernte in Südamerika haben ihren Eindruck nicht verfehlt.

Zurückhaltungen bei der Kurskorrektur gingen von den niedrigen Vorratsbeständen aus, die sich insbesondere im Schrotsektor seit Monaten bemerkbar machen. Große Ernten in Süd- und Nordamerika im Verlaufe des Jahres 2013 lieferten wenig Anlass zur Bevorratung bei den Verbrauchern. Angesichts der Verkaufszurückhaltung in Argentinien und den USA sowie der starken Nachfrage aus Europa und China war die verfügbare Ware ständig knapp und entsprechend teuer. Es gab zwar immer wieder zaghafte Ansätze zur Preiskorrektur nach unten blieb aber immer wieder durch die stabilen Kassakurse in den Anfängen stecken.

Nach Einschätzung von US-Marktexperten dürfte dieser Zustand noch eine gewisse Weile bis in die Monate Febr./März 2014 andauern, bis die ersten Lieferung aus der rekordverdächtigen Ernte Brasiliens und später Argentiniens an den Markt kommt. Denkbar ist jedoch auch, dass nach dem Jahreswechsel die US-Sojafarmer in Erwartung eines Preisrückganges verstärkte Abgabebereitschaft zeigen und demzufolge die Kassa- und Börsenkurse schon im Vorfeld nachgeben könnten. Auch das Vorverkaufsgeschäft in Brasilien könnte zu dieser Entwicklung beitragen. Die bisherigen Erfahrungen lehren jedoch, die Hoffnungen auf starke Kurssenkungen im Zaum zu halten.

Mit rd. 71 Mio. t erreichen die Sojabohnenüberhangbestände 2013/14 rd. 85 % des gesamten Ölsaatensektors. Die Versorgungskennziffer „stock-to-use-ratio“ liegt mit 26 % weit über dem Durchschnitt. Die entscheidenden Einflussfaktoren auf die Preise deuten auf eine Verringerung des Sojakursniveaus hin.

Für Sojaschrot bleibt es bei der Abwärtsstaffelung in den kommenden Frühjahrsmonaten als Reaktion auf die hohen Erwartungen an die südamerikanischen Ernten. Der monatliche Rückgang fällt jedoch noch sehr bescheiden aus. Man wird sich in Geduld üben müssen. Schließlich sind noch einige Ertrags- und Ernterisiken zu überstehen, bevor die Ware handgreiflich verfügbar ist.

Haben die Sojapreise ihren Höhepunkt überschritten?
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ZMP Live Expertenmeinung

Die monatelangen Erwartungen an eine verbesserte Versorgungslage auf dem Sojamarkt nimmt zurnehmend konkrete Konturen an, je näher die südamerikanische Sojaernte herankommt. Zwar gibt es noch ausreichend Widerstand in Form knapper Verfügbarkeit an Ware, aber in Erwartung zukünftig fallender Kurse wird die Abgabebereitschaft der Verkäufer zunehmen. Ein steigenes Angebot wird die  Preise unter Druck setzen. Wie stark dieser ausfallen wird, wird in hohem Maße vom endgültigen Ausgang der Ernten in Brasilien und Argentinien abhängen. Auch die Aussaatbereitschaft der US-Farmer im April wird eine vorauseilende Wirkung entfalten können.

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