14.
02.14
Warum sind die Rapspreise gestiegen?

Ölsaaten Cockpit, 14.02.2014

Bullish
  • Engpässe in der Transportlogistik
Bearish
  • überdurchschnittliche hohe Canola-Ernte in Kanada
  • Aufbau hoher Überlagerungsbestände in Kanada
  • Erwartung eines zeitversetzten schlagartigen Angebotshoch
  • Erwartung einer hohen Sojaernte 2014 als Konkurrenzprodukt
  • kaum nennenswerte Entlastung im Palmölsektor

Auch zukünftig hohe Preise für Raps ?

Die Rapskurse an der Pariser Börse zeigen in den ersten Febr.-Wochen  eine ungewöhnliche stramme Aufwärtsentwicklung. Gleichzeitig fällt an der kanadischen Börse in Winnipeg der Canola-Kurs ohne Ende. Die Kursdifferenz ist mittlerweile auf über 100 € je t gestiegen. Verfolgt man die Kursrelationen  früherer Jahre hat es solch großen Differenzen nicht mal zur Hälfte gegeben.

Zur Erklärung kann zunächst die überdurchschnittliche Rapsernte in Kanada herangezogen werden. Die Steigerung beträgt über 30 % gegenüber dem Vorjahr. Eine weitere Begründung für den enormen Canola-Preisrückgang sind die Transportschwierigkeiten in dreifacher Form. Die Transportkapazitäten sind auf ein solches Volumen nicht eingerichtet, zumal die überdurchschnittliche große Weizenernte ebenfalls um die knappen Verlademöglichkeiten konkurriert. Darüberhinaus be- und verhindert eine Kältewelle den Abtransport sowohl auf der Straße wie auch auf der Schiene. Darüberhinaus hält ein Eisenbahnerstreik die wenigen befahrbaren Strecken unter Kontrolle.

Der unzureichende  Abtransport von Raps des mit 8 Mio. t weltgrößten Exporteurs Kanada läßt die greifbare Ware knapp werden, entsprechend steigen die Kurse in den Importgebieten. Die EU hat einen Importbedarf um die 3,5 Mio. t.

Eine Preisdifferenz von über 100 € je t reicht eigentlich mehr als voll aus, den Transport zwischen Kanada und dem Importgebiet EU zu finanzieren. Allerdings kommt diese direkte Handelsmöglichkeit nicht in Betracht, weil Canola Rapssorten in der EU wegen der GMO-Probleme überwiegend keine Zulassung haben. Der Einfuhrbedarf der EU kann sich nur auf solche Regionen beschränken, die Zulassungsbedingungen erfüllen. Dazu gehört u.a. Australien, Ukraine, Weissrußland mit vergleichsweise kleinen Mengen. Um diese Ausfuhren konkurrieren im Augenblick auch andere Importländer wie China und Indien.

Mit dem Ende der Transportbehinderungen dürften  die kanadischen Rapsexporte wieder deutlich zunehmen, dennoch bleibt ein Rückstau aufgrund unzureichender Umschlagkapazitäten. Die kanadischen Farmer befürchten eine erhebliche Überlagerung von Ware, die im neuen Wirtschaftsjahr zu einem schlagartigen Ausverkauf führen könnte.

Das steigende kanadische Angebot wird indirekt auch die europäischen Rapskurse mit in Bewegung setzen.

Wenn die Prognosen einer hohen Sojaernte 2014 zutreffen sollten, wird zusätzlicher Preisdruck entstehen, der weiteren Preisauftriebstendenzen entgegensteht.  

Und dann ist da noch das Palmöl. Die jüngsten Kursentwicklungen aus Indonesien und Malaysia zeigen einen beachtlichen Preisauftrieb, der allerdings aus einer sehr tiefen Talsohle heraus angesetzt hat. Hintergrund ist, dass die hohen Überhangbestände jetzt nur noch auf dem Niveau der der laufenden Produktion heruntergefahren worden sind nachdem monatelang ein Mehrfaches davon betragen haben.  Außerdem trägt der saisonale Erzeugungsabschwung mit zur Entlastung des hohen Vorratsbestandes bei. Allerdings ist entgegen zu halten, dass noch keine konjunkturelle Trendwende zu beobachten ist, die Produktion liegt noch immer über dem Vorjahresniveau. Entlastung verspricht man sich von einem höheren Beimischungsanteil beim  Biodiesel.

Die zurzeit gestiegenen Rapspreise werden kaum von Dauer sein. Die fundamentalen Versorgungslagen sprechen nach aktuellem Wissensstand dagegen.

Warum sind die Rapspreise gestiegen?
ZMP Live+ Logo

ZMP Live Expertenmeinung

Die derzeit hohen EU-Rapspreise haben wenig begründete Aussicht auf Dauer auf diesem Niveau zu verbleiben. Es sind eher kurzfristige Gründe einer vorübergehenden Engpass-Situation infolge von Transportproblemen, die das Preisniveau zurzeit in die Höhe treiben. Auf längere Sicht betrachtet sprechen eine Mehrzahl von Gründen dafür, dass sich die Rapspreise in der EU  gegenüber dem Sog der Canolakurse nicht entziehen können. Es wird zu einer Angleichung der Notierungen kommen.

ZMP Marktbericht kompakt
Aktuelles von den Märkten kompakt für Sie zusammengefasst

Achtung, du siehst derzeit historische Daten da du entweder kein ZMP Live+ Mitglied oder nicht eingeloggt bist. Hol dir jetzt den Informationsvorsprung!

11.
05.24
14:38

USDA schätzt Ölsaatenproduktion auf Rekordniveau Das US-Agrarministerium (USDA) hat in seiner jüngsten Mai-Ausgabe die weltweite Ölsaaten-erzeugung 2024-25 auf ein Rekordniveau von 687 Mio. t (Vorjahr 658 Mio. t) geschätzt. Gegenüber dem Vorjahr beträgt der Zuwachs +4,4 %. Der Verbrauch wird auf 671 Mio. t veranschlagt. Daraus errechnet sich eine…

13.
04.24
09:21

USDA: Weltweite Ölsaatenmarktlage 2023/24 kaum verändert zum Vormonat Die globale Ölsaatenerzeugung 2023/24 wird unverändert zum Vormonat auf 658,5 Mio. t veranschlagt. Der Verbrauch steigt um 1 Mio. t auf 648 Mio. t. Damit verringert sich der Vorratsbestand nur unwesentlich und bleibt mit 130,6 Mio. t über dem Durchschnitt zurückliegender Jahre…

21.
03.24
12:56

COCERAL schätzt EU-27-Rapsernte 2024 auf 19,13 Mio. t: - 4,6 % zum Vorjahr Der Dachverband der europäischen Agrarhändler (COCERAL) schätzt in seiner Mrz.-24 Ausgabe die EU-Rapsernte auf 19,13 Mio. t (Vorjahr 20,5 Mio. t). Das bedeutet einen Rückgang zum Vorjahr um -4,6 %. Maßgeblichen Anteil am voraussichtlich geringeren Ergebnis haben die…

Rückrufservice
Beschreiben Sie bitte Ihr Anliegen, damit wir uns auf den Rückruf vorbereiten können.
Ja, ich habe die Datenschutzerklärung zur Kenntnis genommen und willige ein, dass die von mir angegebenen Daten inklusive der Kontaktdaten zwecks Bearbeitung der Anfrage und für den Fall von Anschlussfragen elektronisch erhoben und gespeichert werden. Meine Daten werden dabei nur streng zweckgebunden zur Bearbeitung meiner Anfrage genutzt und nicht ohne Einwilligung weitergegeben. Diese Einwilligung kann jederzeit mit Wirkung für die Zukunft widerrufen werden.

Jetzt registrieren

Jetzt registrieren und ZMP Live+ 14 Tage kostenlos testen!
  • Dauerhaft kostenfrei
  • Keine Zahlungsinformationen erforderlich