14.
03.14
Raps- und Sojakurse geben nach

Ölsaaten Cockpit, 14.03.2014

Bullish
  • knapp verfügbare Ware in den vorderen Bedarfsterminen
  • Verzögerungen durch logistische Probleme
  • Ernterisiken ind Südamerika
  • geringe Vorratsbestände in den Verbrauchsgebieten
Bearish
  • gute Versorgungslage in China
  • demnächst steigendes Angebot durch steigende Lieferungen
  • trotz Kürzungen hohe Ernteerwartungen in Südamerika
  • günstige Aussichten für hohe US-Sojaernte
  • nachgebender Einfluss der Palmölkurse

Ölsaatenmarkt gerät zunehmend unter den Einfluss der hohen Ernteerwartungen 2014

Während auf dem Getreidesektor eine vorübergehende Preisrallye verlaufen ist, notieren die Raps- und Sojakurse schon seit einiger Zeit unbeeindruckt nach unten.

Das bisher stabile Preishoch bei Soja und Raps war den knapp verfügbaren Beständen zu verdanken. Im Sojabereich waren die greifbaren Warenmengen in den USA, sowie die sich verzögernden Lieferungen aus Brasilien die auschlaggebenden Faktoren.  Gleichzeitig hielten die Chinesen ihre Kaufoptionen sowohl in den USA als auch Brasilien aufrecht in der Besorgnis um die typischen logistischen Probleme in Brasilien und vor dem Hintergrund der Spannungen um die Ukraine.

Im Rapssektor wurde der weltgrößte Rapsexporteur Kanada durch Schnee- und Eis daran gehindert, seine Rekordernte termingerecht auf den Markt zu bringen.

Der ausfuhrbedingte Abbau der Palmölbestände unter Ernteniveau hat die Kurse in Malaysia vom Tiefstand 700 $ je t fast an die Marke von 900 $ je t hochgetrieben. Verschärfend kamen die nicht ausreichenden Niederschläge dazu, die die Ernteaussichten 2014 erheblich schmälern sollen.

Das Blatt hat sich jedoch gewendet. Die chinesische Nachfrage nach Sojabohnen läßt durch die Stornierung etlicher Kaufoptionen sowohl in den USA wie auch Brasilien erheblich nach. In den chinesischen Ölmühlen staut sich die Ware, Frachter haben zunehmend Schwierigkeiten, ihre Ladungen zu löschen. Schwimmende Ware aus Brasilien mit deutlichem Preisvorteil wird auf die US-Golfküstenhäfen umgelenkt und führt zu einem entsprechenden Preisrückgang in den USA.

Trotz Kürzungen an den Ernteprognosen in den südamerikanischen Sojastaaten bleiben die Ernteschätzungen immer noch auf Rekordniveau. Lieferverzögerungen sind offensichtlich bereits eingepreist.

Zunehmend setzt sich auch die Einschätzung durch, dass die Sojafläche in den USA stark ausgeweitet werden wird. Dafür spricht das seit Monaten bekannte günstige Preisverhältnis von Sojabohne zu Mais. Verstärkt wird das Argument jedoch durch die anhaltende Kältewelle  bei begrenztem  Schmelzwasservorrat  sowie einer zunehmenden Trockenperiode. Farmer in den nördlichen Anbaugebieten bevorzugen die spätsaatverträgliche Sojabohne mit etwas weniger hohen Wasserbedarf und einer sicheren Aberntung als das bei Mais der Fall ist. Die Aussichten auf eine überdurchschnittliche US-Sojaernte im Herbst 2014 verdichten sich.

Die stark gestiegenen Palmölkurse haben ihren Höhenflug abgebrochen und landen zurzeit wieder auf einem Niveau von 850 $ je t. Palmöl gilt als Marktführer bei den pflanzlichen Ölen und hat damit neben den Rückgang der Sojakurse entscheidend zur Preisminderung der ölwertbetonten Rapsnotierungen beigetragen.

Raps- und Sojakurse geben nach
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Die Kurse im Ölsaatensektor neigen zur Schwäche. Der grundsätzliche Einfluss kommt aus dem zunehmend konkreter werdenden großen Angebot einer Rekordernte 2014 bei Sojabohnen und Olsaaten insgesamt. Die chinesische Nachfrage läßt aufgrund aufgestauter Bestände spürbar nach. Das Vorsorgedenken weicht. Kaufoptionen werden storniert.

Die starke kanadische Rapsernte drängt in den nächsten Wochen verstärkt auf den Markt. Zeitgleich werden die brasilianischen Sojaexporte zunehmen. Argentinien folgt.

Die hinteren Terminkurse deuten weiterhin auf einen deutlichen Abwärtstrend.

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