17.
01.14
Fallende Kurse für pflanzliches Öl - stabile Sojaschrotkurse

Ölsaaten Cockpit, 17.01.2014

Bullish
  • knappe Verfügbarkeit an Ölschroten
  • geringe Vorratshaltung bei den Ölschroten
  • dringender Bedarf für die Futterbereitstellung
Bearish
  • globale Rekordernte an Ölsaaten
  • bevorstehende südamerikanische Sojaernten mit hohen Erwartungen
  • reichliche Versorgung mit pflanzlichen Ölen

Unterschiedliche  Entwicklungen im Ölsaatenmarkt – Hohe Versorgung mit pflanzlichen Ölen - Engpass beim Sojaschrot

Der Ölsaatenmarkt  entwickelt eine jeweils eigene Dynamik im Öl- und Schrotsektor. Die Kurse für pflanzliche Öle sind auf kontinuierlicher Talfahrt mit gelegentlichen Unterbrechungen, während die Schrotkurse nur widerstrebend nachgeben und vorerst noch stabile Tendenzen aufweisen.

Die schwachen Kurse für pflanzliche Öle werden angeführt durch das sehr preiswerte Palmöl, deren Preise in jüngerer Zeit nach einer Erholungsphase wieder auf dem Weg nach unten sind. Hauptgrund sind die hohen Lagerbestände in Malaysia und Indonesien, die zusammen mehr 90 % der weltweiten Palmölerzeugung  bestreiten. In früheren Jahren fungierte noch das Rohöl als Leitlinie, aber die enge  Anbindung der Biodieselherstellung und –verwendung verliert nach dem Erreichen der politisch gesteckten Beimischungsziele an Durchschlagskraft.

Für den ölbetonten Raps kommt die überdurchschnittliche hohe Ernte 2013 in Kanada  als weltgrößtem Exporteuer von Canola-Raps preisdrückend hinzu. Die kanadischen Rapspreise haben in 2 kräftigen Preisabschwüngen ein Niedrigpreisniveau deutlich unterhalb der 300 € je t-Marke erreicht. Europäische Rapskurse in Paris sind den amerikanischen Vorgaben der Soja- bzw. Canola-Kurse nur teilweise gefolgt und haben bislang nur zögerlich nachgegeben. Ein hoher europäischer Importbedarf von über 3 Mio. t Raps mit möglichst GVO-freien  bzw. zugelassenen Sorten ist schwierig in der Beschaffung und hält die Kurse höher als im exportabhängigen Kanada.

Die bevorstehenden Rekordernten an Soja in Südamerika haben bislang auf dem Schrotsektor wenig preisdrückende Wirkung erzeugt, weil im Gegensatz zum Ölbereich Engpässe in der Versorgung bestehen. Der Einfluss der hohen Ernten auf die Schrotpreise wird erst in dem Maße spürbar wie zunehmend greifbare Ware zur Verfügung steht. Erfahrungsgemäß kann es zwischen  Ernte und der Andienung in den Importgebieten immer noch  Verzögerungen infolge von Logistikproblemen kommen. Es sollen zwar Verbesserungen bei den Schiffsverladungen in Brasilien erfolgt sein, aber ob das angesichts der Rekordmengen reichen wird, wird man abwarten müssen.

Die Preisaussichten auf dem Ölsaatenmarkt 2014 sind bei allen Vorbehalten grundsätzlich nach unten gerichtet.  Noch ausstehende Wetterrisiken, Verarbeitungs- und Lieferprobleme bremsen den Preisrückgang vorerst ab. In Europa wartet man dringend auf notwendige Sojaschrotlieferungen zu günstigen Preisen. Auf der anderen Seite sind die Preisaussichten für alt- und neuerntigen Raps alles andere als vielversprechend.

Fallende Kurse für pflanzliches Öl - stabile Sojaschrotkurse
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ZMP Live Expertenmeinung

Die Einschätzung einer überdurchschnittlichen hohen Versorgungslage auf dem Ölsaatenmarkt 2014 führt nicht automatisch zu niedrigen Kursen. Dabei spielt die Zeit von der Ernte, über die Verarbeitung bis zur Verbraucherbelieferung eine beachtliche Rolle. Logistikprobleme können zu Verzögerungen führen. Der spezielle Engpass im Ölschrotsektor bekommt dies mit vorerst stabilen Kursen zu spüren.

Erst im späteren Verlauf des Jahres ist mit zunehmender physischer Verfügbarkeit infolge zunehmender Verarbeitung mit einer spürbaren Preisentlastung im Schrotbereich zu rechnen.

Der Ölbereich steht infolge des hohen Angebots an Palmöl und der begrenzten Nachfrage aus dem Biodieselsektor weiterhin unter Preisdruck.

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